Flying Flea C6: So klein wie sein Preis

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Author Remo Klawitter

Vor wenigen Wochen wussten wir bereits, dass der fliegende Floh nach Europa kommt – jetzt stehen auch die endgültigen technischen Daten, Farben und der Verkaufsstart fest. Und eine Zahl hat uns dabei besonders überrascht: Die Flying Flea C6 wird günstiger, als wir erwartet hätten.

Flying Flea Launch

Ab Oktober geht es los

Jetzt wird es konkret: 5.990 Euro kostet das erste Elektromotorrad der Royal-Enfield-Tochter Flying Flea. Die ersten Auslieferungen sollen im Oktober beginnen. Zum Start konzentriert sich die Marke auf fünf europäische Metropolen: Berlin, Paris, Barcelona, Rom und London.

In Deutschland wird die C6 zunächst über das e-Drive Center der Green City Mobility GmbH in Berlin angeboten.

Auch die Farbfrage ist geklärt: Zur Wahl stehen Storm Black, Parachute White und Flea Green – alle drei zum gleichen Preis.

Flying Flea Händlernetz

3,91 kWh und 2,2 kW an Schuko

Der fest verbaute Akku bietet 3,91 kWh, der Motor maximal 15,4 kW und 60 Nm. Die C6 erreicht 115 km/h, wiegt lediglich 124 Kilogramm und soll nach WMTC 1 (Urban) 104 Kilometer weit kommen.

Einen Typ-2-Anschluss gibt es nicht. Dafür steckt das 2,2-kW-Ladegerät direkt im Motorrad und zum Laden reicht eine normale Haushaltssteckdose. Von 20 auf 80 Prozent benötigt die C6 65 Minuten, eine vollständige Ladung dauert 2 Stunden und 16 Minuten.

Für einen nicht einmal 4 kWh großen Akku finden wir das durchaus ordentlich. Und weil das Ladegerät bereits im Motorrad steckt, muss auch kein zusätzlicher Ladeziegel mitgeschleppt werden.

Flying Flea C6
Flying Flea C6

Navi und Soziussitz

Auch bei der Ausstattung wurde nicht gespart. Im runden 3,5-Zoll-TFT-Touchdisplay steckt eine Google-Maps-Navigation, die sogar den aktuellen Akkustand berücksichtigen kann. Dazu kommen Smartphone-Anbindung, OTA-Updates, verschiedene Fahrmodi, Traktionskontrolle und schräglagenabhängiges ABS.

Auf den meisten Bildern zeigt sich die C6 als puristischer Einsitzer. Ein Soziussitz wird jedoch mitgeliefert und lässt sich bei Bedarf einfach montieren oder wieder abnehmen. So bleibt auf Wunsch die schöne reduzierte Optik erhalten.

Flying Flea C6

Erstaunlich günstig

Am ehesten lässt sich die Flying Flea C6 für uns mit der Maeving RM1S vergleichen. Beide sind leichte Elektromotorräder, verbinden klassische Formen mit moderner Technik und fühlen sich eher in der Stadt und im Umland zu Hause als auf der großen Tour.

Die Maeving bietet mit ihren beiden herausnehmbaren Akkus insgesamt 5,46 kWh und damit deutlich mehr Kapazität. Mit rund 110 km/h liegt sie bei der Höchstgeschwindigkeit nah an der C6. Ihr großer Vorteil sind die Wechselakkus, die unabhängig vom Motorrad geladen werden können. Dafür ist die RM1S deutlich teurer.

Auch die Black Tea Bonfire passt in dieses Umfeld: klassisches Motorrad, herausnehmbare Akkus und rund 100 km/h Höchstgeschwindigkeit. Preislich bewegte sie sich um 6.000 Euro, auch wenn es zuletzt immer wieder günstigere Angebote gab. Leider hat Black Tea inzwischen Insolvenz angemeldet.

Und auch der NIU NQiX 500 lohnt als Vergleich, selbst wenn es sich dabei um einen typischen Roller handelt. Mit gut 4 kWh Akkukapazität und 100 km/h liegt er technisch erstaunlich nah an der Flying Flea – startet mit 4.599 Euro allerdings noch einmal deutlich günstiger.

Die C6 positioniert sich damit interessant zwischen diesen Fahrzeugen. Mit der Maeving teilt sie am ehesten Konzept und Charakter, liegt preislich aber deutlich darunter. Gegenüber Maeving, Black Tea und NIU muss man dafür mit dem fest verbauten Akku leben. Wer eine Steckdose am Stellplatz hat, bekommt mit dem integrierten 2,2-kW-Lader allerdings eine unkomplizierte Lösung.

Flying Flea C6

Die #SteckerBiker meinen

Wir freuen uns sehr, dass ein Zweirad mit einer solchen Geschichte nach mehr als 80 Jahren tatsächlich wieder den Weg auf die Straße findet – und diesmal elektrisch. Die ursprüngliche Flying Flea war klein, leicht und auf das Wesentliche reduziert. Irgendwie passt es wunderbar, diese Geschichte heute elektrisch weiterzuerzählen.

Mindestens genauso freut uns, dass mit Royal Enfield ein etablierter Motorradhersteller den Schritt in die Elektromobilität wagt und dafür nicht einfach ein bestehendes Motorrad elektrifiziert, sondern mit Flying Flea etwas wirklich Eigenständiges auf die Räder stellt.

Und vielleicht trifft die C6 damit auch eine Lücke, die bislang erstaunlich dünn besetzt ist. Kleine, leichte Elektromotorräder für den täglichen Weg zur Arbeit gibt es nicht gerade im Überfluss – erst recht nicht zu einem fairen Preis und mit einem Design, bei dem der Style nicht zu kurz kommt. Für Pendler, die kein großes und schweres Motorrad brauchen, aber eben auch nicht unbedingt Roller fahren möchten, sehen wir hier noch einiges an Potenzial.

Auch beim Preis hat uns der fliegende Floh positiv überrascht: Unterm Strich hätten wir für dieses Gesamtpaket mit einem höheren Preis gerechnet.

Remo ist jedenfalls schwer verliebt. 😁

Jetzt muss er sich nur noch entscheiden:

Storm Black, Parachute White oder Flea Green?

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1 Kommentar

  1. Mir ist sie tatsächlich zu rund und verspielt. Kann aber durchaus sein das ich sie auch einfach Live sehen muss.
    Was ich aber richtig gut und bei E-Motorrädern unterschätzt finde, das Navi mit SOC Anbindung.
    Wenn ich ohne am Handy fummeln zu müssen und 5 Mal meinen SOC nachtragend (überspitzt) einfach sehe, komm ich an oder nicht, gerade bei einem relativ kleinen Akku, ist das schon sehr cool.
    Hoffe da ziehen mehr Hersteller nach, so das große Maschinen ähnlich wie bei E-Autos gleich Ladesäulen vorschlagen auf einer Tour.
    Und Preis ist echt top. Hoffe verkauft sich gut und ich bin noch etwas mehr auf die F6 jetzt gespannt.

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