Flying Flea Silent Rideout: Mit sieben C6 von Berlin nach Potsdam

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Author Remo Klawitter

Royal Enfield hatte zum exklusiven Flying Flea Silent Rideout nach Berlin eingeladen. Gemeinsam ging es auf der neuen elektrischen C6 in Richtung Potsdam. Auch wir #SteckerBiker durften natürlich nicht fehlen! Neben reichlich Fahrspaß gab es interessante Neuigkeiten zur elektrischen Zukunft des traditionsreichen Motorradherstellers – und spannende Einblicke in die weitere Entwicklung der jungen Elektromarke.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Sieben auf einen Streich

Am 15. Oktober 2026 versammelten sich ausgewählte Influencer und Content Creator mit den Verantwortlichen von Royal Enfield bei einem Berliner Händler, um die neue Flying Flea C6 auf einer gemeinsamen Ausfahrt kennenzulernen. Um 10 Uhr standen unsere Motorräder bereits startklar nebeneinander: Sieben identische, grüne Flying Fleas – ein wirklich imposanter Anblick!

Ein wenig enttäuscht war ich allerdings, dass wir die beiden anderen Farbvarianten nicht zu Gesicht bekamen. Besonders die Parachute White mit ihren blauen Griffen und der blauen Sitzbank hätte ich gerne einmal live gesehen. Alternativ gibt es die C6 auch in komplettem Schwarz.

Die Flying Flea wird zunächst an fünf ausgewählten europäischen Standorten angeboten: Barcelona, London, Berlin, Paris und Rom – Erkner ist diesmal nicht dabei. 😉

Interessant ist auch die Händlerstrategie: Während Royal Enfield in den anderen vier Städten auf etablierte Handelspartner setzt, hat man sich in Berlin für ein Fachgeschäft entschieden, das bereits auf elektrische Zweiräder spezialisiert ist. Wir würden es jedoch ausdrücklich begrüßen, wenn Royal Enfield auch ihre treuen Markenhändler auf diesem Weg in die elektrische Zukunft mitnähme. Trotzdem dürfte es spannend werden, wie die international unterschiedlichen Ansätze von den Kunden angenommen werden und wie die übrigen Royal-Enfield-Händler auf den elektrischen Nachwuchs reagieren.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Über 80 Jahre Geschichte fahren mit

Die außergewöhnliche Trapezgabel, das schlanke Design und die vielen liebevollen Details machen die C6 schon im Stand zu einem echten Hingucker. Dabei fährt auch die über 80-jährige Geschichte der Flying Flea immer ein Stück mit. Das ursprüngliche Leichtmotorrad wurde während des Zweiten Weltkriegs entwickelt und konnte sogar an Fallschirmen abgeworfen werden. Genau dieser Fallschirm findet sich heute als kleines Gestaltungselement an verschiedenen Stellen der neuen C6 wieder.

Über 80 Jahre später lebt die Flying Flea wieder auf – glücklicherweise nicht mehr für den Kriegseinsatz, sondern als modernes, elektrisches Pendlerfahrzeug, das mit seiner hochwertigen Ausstattung und einem unserer Meinung nach überraschend attraktiven Preis von 5.990 Euro überzeugen möchte.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Liebe auf den ersten Kilometern?

Nach einer ausführlichen Einweisung ging es endlich auf die Straße. Und schon auf den ersten Kilometern wurde deutlich, dass Royal Enfield mit der Flying Flea ein wirklich gelungenes Elektromotorrad auf die Räder gestellt hat.

Was sofort auffällt, ist die ausgesprochen hochwertige Verarbeitung. Die Materialien wirken sorgfältig ausgewählt, alles ist sauber verarbeitet und auch bei den kleinen Details haben sich die Entwickler sichtlich Mühe gegeben.

Mit gerade einmal 124 Kilogramm ist die C6 angenehm leicht und lässt sich entsprechend spielerisch bewegen. Der Elektromotor liefert 8 kW Dauerleistung und bis zu 15,4 kW Spitzenleistung und beschleunigt das kleine Motorrad ausgesprochen munter. Dabei sitzt man angenehm aufrecht und benötigt kaum Kraft für Lenkimpulse. Das erinnert fast ein wenig an die Leichtigkeit eines Elektrorollers.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Besonders positiv überrascht hat mich das Fahrwerk. Die ungewöhnliche Trapezgabel spricht ausgesprochen feinfühlig an und schluckt Unebenheiten souverän. Auch die Hinterradfederung arbeitet angenehm und vermittelt auf unterschiedlichen Straßenbelägen ein sicheres Fahrgefühl.

Während viele Elektromotorräder beinahe lautlos unterwegs sind, begleitet die Flying Flea ein angenehmes Summen des Zahnriemens. Besonders beim Beschleunigen ist es deutlich wahrnehmbar, während es beim entspannten Dahingleiten kaum noch auffällt. Mir persönlich gefällt das richtig gut.

Was uns ebenfalls aufgefallen ist: Auf vielen Bildern wird die Flying Flea als Einsitzer präsentiert. Tatsächlich gehört der zweite Sitz aber zum serienmäßigen Lieferumfang und lässt sich mit wenigen Handgriffen montieren oder demontieren. Damit ist die C6 auch für gelegentliche Fahrten zu zweit gerüstet.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Nicht ganz so überzeugend fanden wir allerdings die Befestigung der Soziusfußrasten direkt an der Schwinge. Die Konstruktion wirkt ein wenig nachträglich ergänzt und führt dazu, dass die Beine des Beifahrers jede Bewegung der Hinterradschwinge mitmachen müssen. Gerade auf unebenen Straßen dürfte das weniger komfortabel sein als bei fest am Rahmen montierten Fußrasten.

Uns konnte das an diesem Tag allerdings nicht weiter stören, schließlich waren wir alle solo unterwegs. Unsere Route führte uns zunächst durch den dichten Berliner Stadtverkehr, anschließend über zahlreiche Brücken und durch verträumte Gassen in Richtung Potsdam.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Französisches Flair an einer historischen Tankstelle

Unser Zwischenziel war die Garage du Pont, nur wenige Meter von der berühmten Glienicker Brücke entfernt. Die ehemalige Tankstelle aus den 1930er-Jahren wurde aufwendig restauriert und beherbergt heute ein Restaurant mit französischem Flair – eine perfekte Kulisse für unsere sieben Retro-Elektromotorräder.

Bei einem leckeren Flammkuchen und einer unfassbar schokoladigen Mousse au Chocolat ergab sich dann die Gelegenheit, Peter Beadle von Flying Flea einige interessante Informationen zu entlocken.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Flying Flea S6: „She is coming soon – but not so soon“

Natürlich interessierte uns, wann die bereits vorgestellte Flying Flea S6, das Supermoto-Schwestermodell der C6, auf den Markt kommen wird.

Peters Antwort war ebenso kurz wie eindeutig: „She is coming soon – but not so soon.“

Wie uns Peter Beadle erklärte, konzentriert sich Royal Enfield zunächst auf die erfolgreiche Markteinführung der C6. Dabei möchte der Hersteller vor allem beobachten, ob die hohen Qualitätsansprüche auch im alltäglichen Straßenbetrieb erfüllt werden. Davon ist man zwar überzeugt, dennoch soll der begrenzte Marktstart die Möglichkeit bieten, auf mögliche Probleme zu reagieren und gegebenenfalls nachzubessern.

Auch eine spätere Erweiterung des Händlernetzes, einschließlich weiterer etablierter Royal-Enfield-Händler, wird laut Peter nicht ausgeschlossen.

Dass die Pläne für Flying Flea durchaus ambitioniert sind, zeigen die Produktionskapazitäten. Entwickelt wird die Flying Flea in Großbritannien, produziert wird sie in Indien. Nach Angaben von Peter Beadle verfügt Royal Enfield über eine jährliche Produktionskapazität von 100.000 bis 130.000 Flying Fleas. Eine beeindruckende Größenordnung, die allerdings nicht mit den tatsächlichen Produktions- oder Verkaufszahlen gleichzusetzen ist.

Für die S6 bedeutet die aktuelle Konzentration auf die C6 allerdings, dass mit einer Markteinführung wohl frühestens 2027 zu rechnen ist. Einen konkreten Termin konnte ich Peter leider auch mit flehendem Blick nicht entlocken.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Elektrische Himalayan: Erkenntnisse für die Zukunft

Auch zur Royal Enfield Him-E, der elektrischen Version der Himalayan, gab es interessante Neuigkeiten. Der Prototyp wurde in der Vergangenheit immer wieder bei Testfahrten gesichtet und sorgte regelmäßig für Spekulationen über ein mögliches Serienmodell. Auch wir hatten bereits mehrfach darüber berichtet.

Peter Beadle bestätigte uns nun allerdings, dass die elektrische Himalayan ausschließlich als Technologieträger dient. Die bei ihrer Entwicklung und Erprobung gewonnenen Erkenntnisse sollen unter anderem in die Flying Flea C6 und S6 einfließen. Eine Serienproduktion der Him-E ist nach seinen Angaben nicht geplant.

Das ist natürlich schade, denn gerade ein elektrisches Adventure-Motorrad mit großem Akku, 400-Volt-Technologie und Schnellladefähigkeit wäre eine spannende Ergänzung zum bisherigen Angebot von Royal Enfield. Ein solches Motorrad könnte auch für längere Touren interessant werden und damit eine Zielgruppe ansprechen, für die die kompakte Flying Flea weniger geeignet ist.

Auch in unserer Community wurde die Him-E mit Begeisterung aufgenommen. Umso spannender bleibt die Frage, welche Technologien aus diesem Projekt künftig in den Serienmodellen von Flying Flea zum Einsatz kommen werden.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Auf der Rückfahrt: Doch nicht alles perfekt?

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es zunächst noch an verschiedenen Potsdamer Sehenswürdigkeiten vorbei, bevor wir über die Autobahn zurück nach Berlin fuhren. So konnten wir die Flying Flea nicht nur im Stadtverkehr, sondern auch bei höheren Geschwindigkeiten etwas kennenlernen.

Am Ende standen rund 60 Kilometer auf dem Tageszähler. Der Akkustand war während unserer Ausfahrt von 93 auf 20 Prozent gesunken. Angesichts der abwechslungsreichen Strecke mit dichtem Stadtverkehr und einem Stück Autobahn hat uns dieser Verbrauch nicht überrascht. Wie weit die Flying Flea unter alltäglichen Bedingungen tatsächlich kommt, würden wir gerne bei einem ausführlichen #SteckerBiker Praxistest herausfinden.

Die Flying Flea hatte bis dahin einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Zwei Punkte haben uns allerdings nicht ganz überzeugt: die Rekuperation und die Blinkerbedienung.

Die Energierückgewinnung beim Verzögern fällt vergleichsweise schwach aus und wird durch ein Drehen des Gasgriffs nach vorn aktiviert. Gerade der Übergang vom Beschleunigen über die Rekuperation zum eigentlichen Bremsen ist dadurch wenig intuitiv.

Aus unserer Sicht wäre es deutlich angenehmer, wenn die Rekuperation bereits beim Schließen des Gasgriffs einsetzen oder durch ein leichtes Betätigen des Bremshebels aktiviert werden würde. So ließe sich ein wesentlich fließenderer Übergang zur eigentlichen Bremsung herstellen.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

An Bremsleistung mangelt es der Flying Flea hingegen nicht. Die hydraulischen Scheibenbremsen vorne und hinten packen ausgesprochen bissig zu. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein kurvenabhängiges ABS.

Auch die Blinkerbedienung könnte aus unserer Sicht noch etwas Feinschliff vertragen. Der kleine Kippschalter lässt sich gerade mit Motorradhandschuhen nicht immer eindeutig bedienen. Hinzu kommt, dass wir weder ein akustisches Blinkersignal wahrnehmen noch eine automatische Rückstellung feststellen konnten. Ob sich zumindest das akustische Signal über die App aktivieren lässt, konnten wir bislang nicht klären.

Gerade die automatische Blinkerrückstellung ist eine Funktion, an die man sich schnell gewöhnt. Bei NIU erfolgt sie unter anderem mithilfe von Bewegungssensoren, bei ZERO nach einer festgelegten Strecke. Hat man diesen Komfort einmal kennengelernt, möchte man ihn eigentlich nicht mehr missen. Auch der Flying Flea würde eine solche Funktion gut stehen.

Immerhin bietet die C6 durch ihre OTA-Updatefähigkeit grundsätzlich die Möglichkeit, Funktionen auch nach der Auslieferung per Software weiterzuentwickeln. Ob Royal Enfield die Rekuperation oder die Blinkerfunktionen künftig überarbeitet, bleibt abzuwarten. Wir würden es jedenfalls begrüßen.

Flying Flea C6
Foto: Moritz Thau

Fest verbauter Akku – dafür angenehm kurze Ladezeiten

Auch beim Laden verfolgt Royal Enfield einen eigenen Ansatz. Die Flying Flea besitzt einen fest verbauten Akku mit 3,91 kWh Kapazität, der sich nicht zum Laden mit in die Wohnung nehmen lässt.

Für Interessenten bedeutet das, dass die Lademöglichkeiten am eigenen Stellplatz oder in der näheren Umgebung eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung spielen.

Dafür punktet die C6 mit kurzen Ladezeiten: Das integrierte Ladegerät ermöglicht bis zu 2,2 kW Ladeleistung. An einer entsprechend abgesicherten Schuko-Steckdose benötigt die Flying Flea laut Hersteller lediglich 65 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Eine vollständige Ladung dauert rund 2 Stunden und 16 Minuten.

Eine praktische Möglichkeit für unterwegs stellen wir auch in unserem Video vor: Mit einem kompakten Metron-Adapter von Typ 2 auf Schuko und einem passenden Kaltgerätekabel lässt sich die Flying Flea an geeigneten öffentlichen AC-Ladesäulen laden.

Ich nutze diesen Adapter selbst seit Jahren und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit einer passenden Ladekarte oder App erweitert sich so die Auswahl möglicher Ladepunkte erheblich, ohne dass man ein sperriges Ladekabel mitführen muss.

Natürlich ist die Flying Flea kein ausgewiesenes Langstreckenmotorrad. Aber gerade bei einem Fahrzeug mit fest verbautem Akku kann die Möglichkeit, unterwegs unkompliziert nachzuladen, durchaus hilfreich sein.

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Ein großes Dankeschön

Gegen 16 Uhr kehrten wir nach Berlin zurück. Hinter uns lag ein abwechslungsreicher Tag, an dem wir nicht nur ein neues Elektromotorrad kennenlernen, sondern auch viele interessante Gespräche führen konnten.

Ein besonderer Dank gilt Royal Enfield, Peter Beadle und Bella Wiessner von Schömbs Marketing für die Einladung und die tolle Organisation. Die Atmosphäre war von Anfang an angenehm und unkompliziert, die Motorräder wurden ausführlich erklärt und für unsere Fragen nahm man sich reichlich Zeit. Auch für die Einladung zum gemeinsamen Mittagessen möchten wir uns herzlich bedanken.

Dass sich das Team auch um die kleinen Dinge kümmerte, zeigte eine Begebenheit am Rande: Als eine Teilnehmerin ihre Kontaktlinse verlor, schwang sich Bella kurzerhand selbst auf eine Royal Enfield, um Ersatz zu besorgen. Eine kleine Geste, die mir in Erinnerung geblieben ist.

Ein großes Dankeschön geht auch an Fotograf Moritz Thau, der die Ausfahrt mit seiner Kamera begleitete und in zahlreichen großartigen Bildern festhielt. Dafür durfte er auf Bellas Royal Enfield mitfahren – allerdings noch mit Verbrennungsmotor. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich den beiden natürlich meine ZERO zur Verfügung gestellt! 😉

Das ausführliche Video mit weiteren technischen Details und persönlichen Fahreindrücken findet ihr natürlich auf unseren YouTube-Kanälen.

Ob ich mich an diesem Tag ein wenig in die Flying Flea verliebt habe? Durchaus möglich. Und ich glaube, ich war damit nicht allein.

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1 Kommentar

  1. Die C6 hat mir in Bewegung, im Video deutlich mehr zugesagt inzwischen als nur auf den Bildern. Den Preis find ich auch vollkommen ok. Schade ist es um die S6 etwas, dass sie erst ne Ecke später kommt, vor allem aber um die Hime.
    Naja, mal sehen obs zur EICMA 2026 was zur Stark Älg gibt 😀
    Hätte ich einen Stellplatz wo ich die C6/S6 laden könnte, würde glaube ich sogar eine der beiden schon reichen.
    Zur Reku, ggf lag das an den voreingestellten Profilen. In anderen Videos wurde angesprochen das sich auch ein Custom Profil anlegen lässt. Vielleicht lässt sich die Reku darüber deutlich höher stellen. Ist aber nur ne Vermutung. =)

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