Donut Lab präsentiert weltweit erste serienreife Feststoffbatterie
Auf der CES (die in Las Vegas vom 6. bis 9.1.26 stattfindet – Anmerkung der Redaktion) hat Donut Lab eine Technologie vorgestellt, die das Unternehmen als weltweit erste vollständig feststoffbasierte Batterie beschreibt, die sofort für die Serienproduktion bei Fahrzeugherstellern bereit ist – ein Schritt, der die Elektromobilität grundlegend verändern könnte. Anders als viele Feststoffbatterie-Konzepte, die noch in Laboren stecken oder nur als fernes Versprechen gelten, soll Donut Labs Lösung bereits für den realen Einsatz vorgesehen sein. Ab dem ersten Quartal 2026 soll sie die Modellpalette von Verge Motorcycles antreiben.
Die Ankündigung gilt als deutlicher Sprung nach vorn für die Elektrifizierung und positioniert Donut Lab als eines der ersten Unternehmen, das die Lücke zwischen experimenteller Zellchemie und skalierbarer Serienfertigung schließen will.
Feststoff – ohne jahrelanges Warten
Seit Jahren gelten Feststoffbatterien als Heiliger Gral der Energiespeicherung: sicherer, leichter, schneller zu laden und langlebiger als klassische Lithium-Ionen-Zellen. Doch die Zeitpläne für die Kommerzialisierung wurden immer wieder nach hinten verschoben.
Donut Lab sagt: Diese Verzögerung endet jetzt.
„Feststoffbatterien wurden immer als ‘nur noch ein paar Jahre entfernt’ beschrieben“, sagte Marko Lehtimäki, CEO von Donut Lab. „Unsere Antwort ist anders. Sie sind heute bereit. Nicht später.“
Laut Unternehmen wurde die neue Solid-State Donut Battery für Massenproduktion und den Betrieb unter realen Bedingungen entwickelt. Die Modelle TS Pro und Ultra von Verge Motorcycles sollen die ersten Serienfahrzeuge sein, die diese Technik auf die Straße bringen – und damit weltweit eine Premiere markieren.
Performance, die Erwartungen verschiebt
Auf dem Papier wirken die Daten spektakulär.
Donut Labs Feststoffbatterie soll eine Energiedichte von 400 Wh/kg liefern und damit bei deutlich geringerem Gewicht größere Reichweiten ermöglichen. Vollständig laden soll sie sich in nur fünf Minuten lassen – ohne die übliche Einschränkung, bei 80 Prozent stoppen zu müssen. Außerdem soll sie eine sichere, vollständige Entladung unterstützen, wiederholt und zuverlässig.
Auch die Lebensdauer sticht heraus: Die Batterie ist für bis zu 100.000 Ladezyklen mit nur geringem Kapazitätsverlust ausgelegt – um Größenordnungen mehr als bei konventionellen Lithium-Ionen-Systemen.
Sicherheit, lange Zeit eine Achillesferse der Batterietechnik, sei direkt in der Chemie verankert. Ohne brennbare flüssige Elektrolyte soll die Donut Battery das Risiko von Thermal Runaway, Dendritenbildung und den Kettenreaktionen, die zu Batteriebränden führen, vermeiden.
Tests unter Extrembedingungen sollen diese Aussagen stützen. Donut Lab berichtet von über 99 Prozent Kapazitätserhalt bei –30 °C sowie stabiler Leistung bei Temperaturen über 100 °C – ohne Entzündung oder Degradation.
Für Skalierung gebaut – und für den Weltmarkt
Neben der Performance betont Donut Lab die Herstellbarkeit und Nachhaltigkeit. Die Batterie bestehe vollständig aus reichlich verfügbaren, geopolitisch unkritischen Materialien und verzichte auf seltene oder sensible Elemente. Gleichzeitig behauptet das Unternehmen, die Produktionskosten lägen unter denen traditioneller Lithium-Ionen-Batterien – eine Aussage, die eine schnellere Verbreitung in vielen Branchen begünstigen könnte.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Gestaltungsfreiheit: Die Donut Battery könne in kundenspezifischen Formen, Spannungen und Geometrien gefertigt werden. Das ermögliche strukturelle Integration in Fahrzeuge oder völlig neue Formfaktoren – etwa Drohnenrümpfe oder in Chassis integrierte Energiesysteme.
Von Mikroelektronik und Drohnen über Verteidigungsplattformen bis hin zu netzskaliger Speicherung sieht Donut Lab die Batterie als universelle Energieplattform, nicht nur als Automobilkomponente.
Vom Donut Motor zum Batterie-Durchbruch
Donut Labs Aufstieg ist geprägt davon, kühne Ideen in produktionsreife Realität zu überführen. Aufmerksamkeit erlangte das Unternehmen zunächst mit dem Donut Motor, einem Radnabenmotor, der klassische Antriebsstränge ersetzt und gleichzeitig hohe Drehmoment- und Leistungsdichte liefern soll.
Der Donut Motor wurde auf der CES 2025 vorgestellt und sei seitdem in den Praxiseinsatz übergegangen; mehr als 200 OEMs sollen derzeit in Entwicklung und Integration involviert sein.
Auf der CES 2026 will Donut Lab dieses Muster wiederholen – diesmal mit Batterien.
„Als wir den Donut Motor vorgestellt haben, haben viele gezweifelt, bis sie ihn auf der Straße arbeiten sahen“, sagte Lehtimäki. „Bei der vollständig feststoffbasierten Donut Battery haben wir gewartet, bis die Technologie vollständig validiert war und bereits in Fahrzeugen läuft. Diese Batterien sind real – und sie stehen für die Zukunft der Elektromobilität.“
Verge Motorcycles: eine Weltpremiere
Verge Motorcycles würde damit zum ersten Hersteller, der Feststoffbatterien in Serienfahrzeuge bringt. Mit dem neuen Batteriesystem sollen Verges Elektromotorräder in unter zehn Minuten laden können und dabei bis zu 60 Kilometer Reichweite pro Minute Ladezeit nachlegen. Die Long-Range-Version soll bis zu 600 Kilometer mit einer Ladung erreichen.
Bestellungen seien ab sofort möglich, die ersten Auslieferungen sind für das erste Quartal 2026 geplant.
Ein größeres CES-Ökosystem
Der CES-Auftritt von Donut Lab umfasst mehr als Motorräder und soll zeigen, wie sich die Technologie über Branchen hinweg skalieren lässt:
- WATTEV (WATT Electric Vehicles) präsentierte ein ultraleichtes, modulares EV-Skateboard, das Donut-Motoren, Batterie, Inverter und Software integriert.
- Cova Power, ein Joint Venture mit der Ahola Group, stellte smarte Trailer vor, die den Dieselverbrauch um bis zu 54 Prozent senken sollen.
- ESOX Group setzt Donut-Lab-Batterien in Plattformen in Verteidigungsqualität ein, darunter taktische Fahrzeuge und Drohnen der nächsten Generation, bei denen Sicherheit und Zuverlässigkeit einsatzkritisch sind.
Die Zukunft liefern: jetzt
Feststoffbatterien galten lange als Versprechen. Donut Lab behandelt sie als Produkt. Mit Serienfahrzeugen auf der Straße, skalierbarer Fertigung und Leistungswerten, die gängige Annahmen herausfordern, will das Unternehmen nicht nur die Elektrifizierung vorantreiben – sondern die Zukunft in die Gegenwart holen. Wenn Donut Labs Feststoffbatterien vom Messestand in den Alltag wechseln, ist die Botschaft eindeutig: Die nächste Ära der Elektromobilität ist nicht länger Theorie. Sie hat bereits begonnen.
Dieser Artikel erschien bei unserem Medienpartner THEPACK.news. Er ist im Original in englischer Sprache hier zu finden: https://thepack.news/donut-lab-unveils-worlds-first-production-ready-solid-state-battery-at-ces/