Velca Vortex: elektrischer A1-Chopper aus Spanien

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Categories Fahrzeuge
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Author Paddy Lectric

Die Auswahl an Elektromotorrädern wächst stetig. Doch wer nicht auf Naked Bikes, Supermotos oder Adventure-Modelle steht, hatte bislang ein Problem: Ein echter Chopper oder Cruiser mit Elektroantrieb war praktisch nicht zu finden. Genau diese Lücke möchte der spanische Hersteller Velca schließen. Mit der Vortex bringt das Unternehmen ein Elektromotorrad auf die Straße, das optisch deutlich mehr nach Power Cruiser als nach klassischer 125er aussieht – und genau darin liegt seine größte Stärke.

Velca Vortex

Velca: Spaniens Spezialist für elektrische Zweiräder

Velca wurde 2020 gegründet und hat seinen Sitz in Madrid. Anders als viele junge Marken konzentrierte sich das Unternehmen zunächst auf Elektroroller und baute parallel ein eigenes Vertriebs- und Servicenetz in Spanien auf. Nach eigenen Angaben verfügt Velca inzwischen über mehr als 80 Verkaufsstellen und mehr als 350 Partnerwerkstätten. Ersatzteile sollen innerhalb von 24 Stunden verfügbar sein, die Garantie beträgt drei Jahre beziehungsweise 80.000 Kilometer. Damit hebt sich das Unternehmen deutlich von vielen kleinen Importeuren ab, die zwar Fahrzeuge verkaufen, anschließend aber oft kaum Infrastruktur bieten.

Mit der Vortex erweitert Velca sein Portfolio nun um ein Motorrad, das sich bewusst von den meisten Wettbewerbern absetzt.

Velca Vortex

Viel Chopper fürs Geld

Auf den ersten Blick würde wohl kaum jemand vermuten, dass die Velca Vortex zur 125er-Klasse gehört. Die Front ist wuchtig, die Proportionen lang gestreckt und die breiten Reifen erinnern eher an einen modernen Power Cruiser. Die Ähnlichkeit zur Harley-Davidson Sportster S ist dabei kaum zu übersehen.

Technisch bleibt die Vortex dennoch ein L3e-Motorrad der 125er-Klasse (A1). Der Elektromotor leistet 8 kW dauerhaft und bis zu 13 kW in der Spitze. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h. Als Energiespeicher dient ein fest verbauter 8,2-kWh-Akku mit CATL-NMC-Zellen.

Geladen wird über einen Typ-2-Anschluss. Das integrierte Onboard-Ladegerät leistet 1,8 kW, womit eine vollständige Ladung rund viereinhalb Stunden dauert. Damit lässt sich die Vortex problemlos an öffentlichen AC-Ladesäulen ebenso laden wie zu Hause mit einer passenden Wallbox oder einem mobilen Ladegerät.

Zur Serienausstattung gehören unter anderem ABS an beiden Rädern, ein 5-Zoll-TFT-Display mit Bluetooth und WLAN, USB-A- und USB-C-Anschlüsse sowie Mirror-Link zur Navigation.

Velca Vortex

Ein clever kaschierter Radnabenmotor

Eine technische Besonderheit der Vortex entdeckt man erst beim genaueren Hinsehen. Anders als viele andere Motorräder setzt Velca nicht auf einen Mittelmotor mit Ketten- oder Riemenantrieb, sondern auf einen wartungsfreien Radnabenmotor im Hinterrad. Der Verzicht auf eine mechanische Kraftübertragung reduziert Wartungsaufwand und Verschleiß erheblich.

Interessant ist jedoch, wie Velca diese Technik verpackt. Damit die Vortex optisch wie ein klassischer Chopper wirkt, spendierten die Designer dem Motorrad einen täuschend echt wirkenden Kettenschutz beziehungsweise Riemenschutz. Tatsächlich gibt es darunter jedoch weder Kette noch Riemen. Der untere Teil dient unter anderem dazu, die Leitungen des Radnabenmotors elegant zu verstecken. Zusammen mit der Gestaltung der linken Motorseite entsteht so der Eindruck eines konventionellen Endantriebs. Dieser kleine Design-Kniff zeigt, wie konsequent Velca die klassische Motorradoptik erhalten wollte.

Velca Vortex Black Edition

Black Edition

Besonders reizvoll erscheint die neue Black Edition. Technisch bleibt sie unverändert, optisch setzt sie jedoch konsequent auf ein vollständig schwarzes Erscheinungsbild. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine Solo-Heckabdeckung, eine Rückenlehne, einen Hauptständer sowie eine nummerierte Plakette. Die Auflage ist auf lediglich 30 Exemplare begrenzt und soll das Erreichen von mehr als 180 ausgelieferten Vortex feiern.

Velca Vortex

Überraschend fair kalkuliert

Auch beim Preis überrascht die Vortex positiv. Zur Markteinführung im Herbst 2024 bot Velca die ersten Fahrzeuge für 6.790 Euro an. Der reguläre Listenpreis liegt inzwischen bei 7.290 Euro und ist seitdem stabil geblieben. Angesichts von Ausstattung, Batteriegröße und eigenständigem Design positioniert sich die Vortex damit ausgesprochen attraktiv innerhalb der elektrischen 125er-Klasse.

Velca Vortex

Die SteckerBiker meinen:

Endlich. Genau so etwas hat im Markt bislang gefehlt. Die Velca Vortex geht bringt echtes Chopper-Feeling in die elektrische 125er-Klasse. Gerade die Black Edition dürfte viele Blicke auf sich ziehen.

Natürlich darf man sich von der imposanten Erscheinung nicht täuschen lassen. Hinter dem massigen Auftritt steckt kein großes Reisemotorrad, sondern eine elektrische 125er. Das muss man allerdings vor dem Hintergrund des heutigen Marktes akzeptieren. Denn während sich leistungsstarke Elektromotorräder oberhalb der A1-Klasse noch immer schwertun, entwickelt sich bei den elektrischen 125ern langsam ein ernstzunehmender Markt.

Vor diesem Hintergrund erscheint auch der 8,2-kWh-Akku zumindest akzeptabel. Für Alltag, Pendelstrecken und kurze Ausfahrten reicht diese Kapazität aus. Trotzdem bleibt unser Wunsch derselbe wie bei vielen anderen Elektromotorrädern: deutlich größere Energiespeicher und damit Reichweiten, die auch längere Touren ermöglichen sowie die dazu passende Ladeleistung, damit es schnell wieder wieder gehen kann. Bis es so weit ist, entschädigt die Velca Vortex mit ihrem eigenständigen Design und einem Preis, der im Vergleich zu vielen Wettbewerbern erfreulich bodenständig ausfällt.

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1 Kommentar

  1. Aus meiner Sicht ist das eine JSQ1 des chinesischen Herstellers Golden Lion. Das Modell ist auch unter den Namen E.F.O. EM8, CityTwister Shadow oder E-Kuma Storm erhältlich und damit nicht wirklich neu am Markt.

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