Segway Xaber 300: Wenn Hightech auf Offroad-Spaß trifft
Mit dem Xaber 300 bringt Segway ein elektrisches Dirtbike auf den Markt, das deutlich macht, wie ernst es dem Unternehmen inzwischen mit dem Powersports-Segment ist. Vorgestellt auf der CES 2026 in Las Vegas, kombiniert die Xaber 300 klassische Offroad-Gene mit moderner E-Antriebstechnologie und einer ungewöhnlich umfangreichen Software-Ausstattung. Das Ziel ist klar: maximaler Fahrspaß, kontrollierbare Leistung und ein niedriges Einstiegshindernis – aber braucht es diese „Spielereien“?
Segway – Vom Selbstbalancierer zum Powersports-Hersteller
Segway wurde ursprünglich in den USA bekannt, vor allem durch den gleichnamigen selbstbalancierenden Personal Transporter aus den frühen 2000er-Jahren. Heute gehört die Marke zur chinesischen Ninebot Group, die Segway im Jahr 2015 übernommen hat. Der Firmensitz befindet sich inzwischen in China, mit internationalen Entwicklungs-, Vertriebs- und Marketingstandorten weltweit.
Segway beschäftigt mehrere tausend Mitarbeiter und ist stark auf Elektromobilität, smarte Fahrzeugtechnik und vernetzte Systeme ausgerichtet. Das Produktportfolio reicht von E-Scootern und E-Bikes über Powersports-Fahrzeuge bis hin zu Robotik- und Mobilitätslösungen für private und gewerbliche Nutzer.
In den letzten Jahren hat sich Segway zunehmend von der reinen Urban-Mobility-Marke zu einem breit aufgestellten Technologieunternehmen entwickelt. Modelle wie die Xaber 300 zeigen deutlich, dass Segway langfristig auch im Offroad- und Motorradsegment Fuß fassen will – mit einem klaren Fokus auf Software, Sicherheitssysteme und digital gesteuerte Fahrerlebnisse.
Elektrisches Dirtbike mit variabler Charakteristik
Die Segway Xaber 300 ist als reinrassiges Off-Road-Motorrad konzipiert. Statt eines fest definierten Leistungscharakters setzt Segway auf mehrere Leistungsmodi, die sich anfühlen sollen wie verschiedene Hubraumklassen eines Verbrenners – grob vergleichbar mit 150-, 200- oder 300-ccm-Maschinen. Damit lässt sich das Bike sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Fahrer konfigurieren.
Ein besonderes Merkmal ist die elektronisch simulierte Kupplung. Obwohl ein Elektromotor technisch keine Kupplung benötigt, erlaubt dieses System ein vertrauteres Fahrgefühl für Motorradfahrer, die vom Verbrenner kommen. Gasannahme, Kraftentfaltung und Kontrolle lassen sich dadurch deutlich feiner dosieren – vor allem im technischen Gelände.
Fokus auf Kontrolle und Sicherheit
Segway stattet die Xaber 300 mit einer ganzen Reihe elektronischer Assistenzsysteme aus, die man in dieser Fahrzeugklasse bislang nur selten findet:
- Traktionskontrolle (TCS) zur Anpassung an unterschiedliche Untergründe
- Gyroskop-basierte Wheelie-Kontrolle, bei der der maximale Steigwinkel begrenzt werden kann
- Geschwindigkeits- und Leistungsbegrenzungen, ideal für Training oder weniger erfahrene Fahrer
- Geo-Fencing, mit dem sich der nutzbare Fahrbereich per App einschränken lässt
Gerade das Geo-Fencing zeigt, dass Segway die Xaber 300 nicht nur als Spielgerät für erfahrene Offroader sieht, sondern auch als kontrollierbares Trainings- oder Freizeitfahrzeug – etwa für jüngere Fahrer oder Einsteiger.
App-Anbindung statt Schraubenschlüssel
Viele Einstellungen erfolgen über eine Smartphone-App, die als zentrales Bedieninstrument dient. Hier lassen sich Fahrmodi anpassen, Assistenzsysteme konfigurieren und Sicherheitsfunktionen aktivieren. Auch Over-the-Air-Updates sind vorgesehen, wodurch sich Funktionen und Software später erweitern oder verbessern lassen.
Damit verfolgt Segway einen Ansatz, der aus dem E-Bike- und E-Scooter-Bereich bekannt ist, nun aber konsequent auf ein Dirtbike übertragen wird.
Preis & Verfügbarkeit
Segway peilt für die Xaber 300 nach aktuellem Stand einen Einstiegspreis von rund 6.000 US-Dollar an. Für Europa gibt es bislang noch keine offizielle Preisangabe, realistisch dürften hierzulande – je nach Steuern und Homologation – 6.000 bis 6.500 Euro sein. Die Markteinführung ist für 2026 geplant.
Technische Kerndaten wie Akkukapazität, Motorleistung, Antriebsauslegung oder Ladegeschwindigkeit wurden bislang nicht veröffentlicht und sollen laut Segway erst näher zum Marktstart bekannt gegeben werden. Wir sind sehr gespannt.
Die #SteckerBiker meinen
Die Segway Xaber 300 fühlt sich weniger wie ein klassisches Dirtbike an, das einfach einen Elektromotor bekommen hat, sondern vielmehr wie ein von Grund auf digital gedachtes Offroad-Motorrad. Segway nutzt Technik hier nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug: um Leistung beherrschbarer zu machen, Lernkurven zu verkürzen und den Zugang zum Offroad-Fahren zu erleichtern.
Gerade Fahrer, die aus der E-Bike- oder E-Scooter-Welt kommen oder erstmals ernsthaft ins Offroad-Segmenteinsteigen wollen, dürften sich schnell zuhause fühlen. Gleichzeitig bietet das Bike genug Spielraum, um mit wachsender Erfahrung die elektronischen Helfer zurückzufahren und die Xaber 300 zunehmend „freier“ zu fahren.
Wer Elektromobilität lediglich als emissionsfreien Ersatz für den Verbrenner versteht, wird hier vielleicht noch zögern. Wer sie jedoch als Weiterentwicklung des Fahrerlebnisses begreift – mit mehr Kontrolle, mehr Anpassbarkeit und neuen Möglichkeiten – sollte die Segway Xaber 300 definitiv im Blick behalten.
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