Land Moto: District ADVenture für Alltagshelden
Elektrische Motorräder haben in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Vom urbanen Pendlerfahrzeug bis zum sportlichen Naked Bike ist die Modellvielfalt deutlich gewachsen. Ein Segment jedoch galt lange als besonders anspruchsvoll: das Adventure-Bike. Genau hier setzt LAND Moto mit dem Land District ADV an – einem leichten, straßenzugelassenen Elektromotorrad, das den Spagat zwischen Alltag und Offroad-Abenteuer schaffen soll.
Doch kann ein vergleichsweise leichtes E-Motorrad das klassische Versprechen von Freiheit, Abenteuer und Vielseitigkeit tatsächlich einlösen?
LAND Moto – Herkunft, Philosophie und Entwicklung
LAND Moto ist ein noch junges Unternehmen aus Cleveland, Ohio (USA), das sich bewusst von klassischen Motorradherstellern absetzt. Anstelle umfangreicher Modellpaletten und schwerer Maschinen verfolgt man einen reduzierten Ansatz: minimalistisches Design, modulare Technik und ein kleines, hochspezialisiertes Entwicklerteam. Entwicklung, Montage und Qualitätskontrolle finden größtenteils direkt vor Ort statt – ein Aspekt, den LAND Moto gezielt als Teil seiner Markenidentität hervorhebt.
Schon die ersten Modelle der District-Reihe zeigten diese Ausrichtung deutlich. Elektrische Motorräder mit klarer Formsprache, echtem Motorrad-Charakter und geringem Gewicht standen im Mittelpunkt. Varianten wie das District Street oder das District Scrambler richteten sich vor allem an urbane Fahrerinnen und Fahrer, die kurze bis mittlere Strecken zurücklegen und dabei Wert auf Design, einfache Bedienung und Alltagstauglichkeit legen.
Mit dem District ADV geht LAND Moto nun einen konsequenten nächsten Schritt. Erstmals wird die bestehende Plattform gezielt in Richtung Adventure- und Dual-Sport-Einsatz weiterentwickelt – ohne die grundlegenden Prinzipien von Leichtigkeit, Übersichtlichkeit und direktem Fahrgefühl aufzugeben.
Land District ADV – limitierte „Ascent“-Edition
Das Land District ADV in der Ascent-Edition ist auf lediglich 30 Exemplare limitiert. Diese bewusst klein gehaltene Stückzahl unterstreicht den Anspruch des Motorrads als exklusive Kleinserie und technisches Statement. LAND Moto richtet sich damit gezielt an erfahrene Enthusiasten, die kein Massenprodukt suchen, sondern ein handgefertigtes Elektro-Adventure-Bike mit klarer Handschrift und durchdachten technischen Details.
Äußerlich unterscheidet sich die Ascent-Variante durch speziell ausgeführte Carbon-Verkleidungsteile, die dem Motorrad eine besonders hochwertige und eigenständige Anmutung verleihen. Ergänzt wird dies durch goldfarben eloxierte Räder und Fahrwerkskomponenten sowie eine eigens gestaltete Grafik, die ausschließlich dieser Edition vorbehalten ist. Auch der Sitz wurde angepasst und mit einem speziellen, griffigen Bezug versehen, der sowohl optisch als auch funktional zum sportlich-robusten Charakter des Modells passt.
Neben den sichtbaren Unterschieden spielt auch die Technik eine zentrale Rolle. Die Ascent-Edition erhält eine eigene Leistungs- und Softwareabstimmung, die das Ansprechverhalten nochmals schärft und für eine besonders spontane Beschleunigung sorgt. In dieser Konfiguration erreicht das District ADV extrem kurze Sprintzeiten, was den sportlichen Anspruch der limitierten Version klar unterstreicht.
Zur erweiterten Ausstattung zählen zudem robuste Handprotektoren, Aluminium-Lenkerenden sowie das integrierte Ladegerät.
In Summe ist die Ascent-Edition keine reine Designvariante, sondern eine gezielt veredelte Version des District ADV für Fahrerinnen und Fahrer, die ein seltenes, klar positioniertes und in Details spürbar eigenständiges Elektro-Adventure-Bike suchen.
Technik & Ausstattung im Detail
Motor & Antrieb
Herzstück des District ADV ist der weiterentwickelte Enduro-Evolution-Elektroantrieb von LAND Moto. Zum Einsatz kommt ein permanenterregter Elektromotor (12 kW Dauerleistung, 17 kW Peak), der seine Kraft über ein integriertes Getriebe an das Hinterrad überträgt. Motor und Leistungselektronik sind nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt und damit auf den Einsatz bei Regen, auf Schotter oder in schlammigem Gelände ausgelegt.
Im Vordergrund steht weniger die Spitzenleistung als das sofort verfügbare Drehmoment, das insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten und im Gelände seine Vorteile ausspielt. Mit rund 345 Nm Drehmoment bietet das District ADV ein kraftvolles, gleichzeitig aber gut kontrollierbares Anfahrverhalten – ideal für steile Anstiege, lose Untergründe oder technische Passagen.
Die Kraftübertragung erfolgt über eine offene Kette, wie sie im klassischen Enduro- und Dual-Sport-Bereich üblich ist. Sie ist robust, leicht zu warten und im Gelände unempfindlich gegenüber Schmutz und Steinschlag.
Einen Vergleich der verschiedenen Endantriebe findet ihr hier:
https://steckerbiker.de/news/technik/endantriebe-bei-e-motorraedern-technik-praxis-unterschiede/
Verzögert wird über 220 mm große Oversize-Bremsscheiben, die zur Leistungsentfaltung und zum Einsatzzweck des Motorrads passen. Ergänzt wird der Antrieb durch eine Rückwärtsfunktion, die sich beim Rangieren auf engem Raum oder auf schwierigem Untergrund als äußerst praxisnah erweist.
Batterie & Energiemanagement
Die Energieversorgung des Land District ADV übernimmt ein fest im Fahrzeug integrierter Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 5,5 kWh (4,8 kWh nutzbar). LAND Moto positioniert sich damit bewusst unterhalb der Akkugrößen großer, schwerer Adventure-Elektromotorräder und bleibt seiner Leichtbau-Philosophie treu. Weniger Masse bedeutet hier nicht nur ein agileres Fahrverhalten, sondern auch eine klare Fokussierung auf Alltag und moderates Offroad-Terrain.
Die Batterie ist nicht entnehmbar, sondern fest in das Fahrzeug integriert und Teil der tragenden Struktur. Das erhöht die Robustheit im Geländeeinsatz, schützt die Technik vor äußeren Einflüssen und reduziert konstruktive Komplexität – ein Ansatz, der gut zur funktionalen Ausrichtung des Modells passt.
Geladen wird über ein integriertes Onboard-Ladegerät mit einer Ladeleistung von 840 Watt, das den Anschluss an eine normale 230-Volt-Schuko-Steckdose ermöglicht. Eine vollständige Ladung dauert laut Hersteller rund fünf Stunden.
Ein zentraler Bestandteil des Energiemanagements ist die rekuperative Bremsfunktion. Beim Verzögern arbeitet der Elektromotor als Generator und speist einen Teil der Bewegungsenergie zurück in den Akku. Besonders im Stadtverkehr, auf kurvigen Strecken oder bei längeren Bergabpassagen lässt sich so die Effizienz spürbar steigern.
Fahrwerk, Räder & Geometrie
Für den Adventure-Einsatz wurde das Fahrwerk umfassend überarbeitet. Das District ADV bietet rund 190 mm Federweg an der Front und etwa 100 mm am Heck, jeweils voll einstellbar. Die erhöhte Bodenfreiheit von rund 23 Zentimetern sorgt dafür, dass auch gröbere Hindernisse problemlos überwunden werden können.
Zum Einsatz kommen robuste 17-Zoll-tubeless X-Spoke-Speichenräder, die sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter und Waldwegen überzeugen sollen. Die Sitzhöhe von etwa 91,5 cm unterstreicht den Off-Road-Charakter und ermöglicht eine gute Übersicht im Gelände, erfordert aber auch eine gewisse Körpergröße oder Fahrerfahrung.
Licht & Sicht
Beim Lichtsystem setzt LAND Moto auf moderne LED-Technik, die gezielt auf den Adventure-Einsatz abgestimmt ist. Der Hauptscheinwerfer fällt im Vergleich zu den Street-Modellen leistungsstärker aus und sorgt auch bei schlechten Lichtverhältnissen auf unbefestigten Wegen für ausreichende Ausleuchtung.
Für den Einsatz im Gelände verfügt das District ADV zusätzlich über einen gelben Offroad-Aufsatz für den Frontscheinwerfer, der Blendungen reduziert und den Kontrast bei Staub, Nebel oder diffusem Licht verbessert.
Ergänzt wird das System durch gut sichtbare LED-Rück- und Bremsleuchten, die sowohl im Stadtverkehr als auch auf Landstraßen für ein klares Signal an den nachfolgenden Verkehr sorgen.
Elektronik & Assistenzsysteme
Das District ADV verzichtet bewusst auf eine überladene Elektroniklandschaft. Stattdessen gibt es ein übersichtliches TFT-Display, das alle wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit, Akkustand, Reichweite und Fahrmodus klar darstellt.
Fahrassistenzsysteme im klassischen Sinn – wie Traktionskontrolle oder komplexe Fahrmodi – stehen nicht im Vordergrund. LAND Moto setzt hier auf direktes Fahrgefühl und mechanische Rückmeldung, was besonders Puristenund Off-Road-Fans ansprechen dürfte.
Die #SteckerBiker meinen
Mit dem Land District ADV betritt LAND Moto bewusst Neuland. Das Konzept richtet sich klar an Fahrer, die Leichtigkeit, Exklusivität und Vielseitigkeit schätzen und bereit sind, sich auf ein anderes Verständnis von elektrischem Adventure-Fahren einzulassen.
Mit einem Preis von 12.700 US-Dollar positioniert sich die limitierte Variante klar als Premium-Kleinserie und nicht als Volumenmodell. Die Standard-ADV startet bei 11.200 US-Dollar.
Das District ADV kann mit einer Anzahlung von 500 US-Dollar reserviert werden – ein Hinweis darauf, dass LAND Moto gezielt Enthusiasten anspricht, die früh Teil eines bewusst kleinen Projekts sein möchten.
Ob das Land District ADV mit seiner vergleichsweise kleinen Batterie der Auftakt zu einer neuen Klasse leichter elektrischer Adventure-Bikes ist oder bewusst ein seltenes Sammlerstück bleibt, wird sich zeigen. Sicher ist: Dieses Motorrad will nicht jedem gefallen – sondern genau denen, die etwas anderes suchen.