Yozma IN 10 Pro: Wie viel E-Dirtbike bekommt man für 2.199 Euro?

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Author Remo Klawitter

5,5 kW Spitzenleistung, bis zu 80 km/h und 17/14-Zoll-Räder für gerade einmal 2.199 Euro: Mit dem IN 10 Pro bringt Yozma ein auffällig günstiges Elektro-Dirtbike nach Europa. Auf dem Papier klingt das nach ziemlich viel Bike fürs Geld. Doch was bekommt man für diesen Preis tatsächlich geboten?

Yozma IN 10 Pro

Wer steckt hinter Yozma?

Hinter Yozma steht die Hengyue USA Inc. mit Sitz in Denver, Colorado. Die noch junge Marke konzentriert sich auf elektrische Offroad-Bikes und baut inzwischen auch ihr Geschäft in Europa aus. Einen eigenen europäischen Onlineshop gibt es bereits.

Das IN 10 Pro ist die größere und stärkere Variante des ebenfalls angebotenen IN 10 und verfolgt eine ziemlich klare Strategie: ordentlich Leistung zu einem möglichst kleinen Preis.

Yozma IN 10 Pro

5,5 kW für 2.199 Euro

Der Mittelmotor des Yozma IN 10 Pro leistet bis zu 5,5 kW Peak. Yozma nennt 220 Nm Drehmoment und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 mph bzw. rund 80 km/h.

Die Kraft gelangt über eine 420H-Kette ans Hinterrad. Drei Fahrmodi ermöglichen eine Anpassung der Leistungsentfaltung, zusätzlich gibt es einen Rückwärtsgang.

Besonders auffällig ist der Preis: Zum Start wird das IN 10 Pro in Europa für 2.199 Euro angeboten. Damit positioniert sich Yozma deutlich unter vielen etablierten Elektro-Dirtbikes.

Yozma IN 10 Pro

Herausnehmbarer Akku und bis zu 96 Kilometer

Die Energie liefert ein 60-Volt-Akku mit 27 Ah und 1,62 kWh Kapazität. Der Akku lässt sich zum Laden herausnehmen.

Mit dem serienmäßigen 5-A-Ladegerät dauert eine vollständige Ladung laut Hersteller etwa sechs bis sieben Stunden.

Yozma nennt eine maximale Reichweite von bis zu 60 Meilen bzw. rund 96 Kilometern. Wie immer bei solchen Herstellerangaben hängt die tatsächliche Reichweite stark von Geschwindigkeit, Fahrergewicht, Temperatur und Untergrund ab.

Yozma IN 10 Pro

17/14 Zoll und 78 Zentimeter Sitzhöhe

Das IN 10 Pro rollt auf 17 Zoll vorn und 14 Zoll hinten und ist damit erwachsener aufgestellt als das kleinere IN 10 mit seiner 14/12-Zoll-Kombination.

Vorn arbeitet eine hydraulische Upside-down-Gabel, hinten ein Stickstoff-Federbein. Hydraulische Scheibenbremsen übernehmen die Verzögerung.

Das Bike ist rund 168 Zentimeter lang, besitzt einen Radstand von 114 Zentimetern und eine vergleichsweise niedrige Sitzhöhe von 78 Zentimetern. Die maximale Zuladung beträgt beachtliche 150 Kilogramm.

Zur weiteren Ausstattung gehören LC-Display, LED-Bremslicht, drei Fahrstufen und Rückwärtsgang.

Yozma gibt eine IPX6-Klassifizierung an. Vereinfacht bedeutet das: Das Fahrzeug ist gegen kräftiges Strahlwasser geschützt. Regen, Schlamm und die anschließende Reinigung sollten dem Bike also nichts ausmachen.

Yozma IN 10 Pro

Was bietet die Konkurrenz?

Erst beim Blick auf die Konkurrenz wird deutlich, wie aggressiv der Preis von 2.199 Euro angesetzt ist. Dabei muss allerdings zwischen reinen Offroad-Modellen und Fahrzeugen mit Straßenzulassung unterschieden werden.

Im Gelände gehören Sur-Ron und Talaria zu den etablierten Namen dieser Fahrzeugklasse. Je nach Modell und Anbieter werden für entsprechende Bikes schnell 3.000 bis 5.000 Euro aufgerufen.

Inzwischen mischt sogar Zero Motorcycles in diesem Segment mit. Die kompakte Zero XB richtet sich ebenfalls an Freunde leichter Elektro-Offroader. Noch eine Klasse darüber steht die Zero XE mit 85 km/h Höchstgeschwindigkeit und 101 Kilogramm Gewicht. Für sie ruft Zero in Deutschland offiziell 6.600 Euro auf.

Auch die erst kürzlich von uns vorgestellte Solar E-Clipse passt zumindest konzeptionell in dieses immer größer werdende Feld leichter Elektromotorräder. Sie wiegt rund 60 Kilogramm, besitzt einen herausnehmbaren Akku und leistet je nach Variante bis zu 16 kW. Preislich startet sie allerdings bei umgerechnet rund 5.850 Euro.

Solar E-Clipse: 60 Kilo leicht, bis zu 16 kW stark – und fährt mit Solar?

Wer zusätzlich eine Straßenzulassung möchte, muss bei der Konkurrenz ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Eine aktuelle Sur-Ron Light Bee L1e liegt beispielsweise bei rund 4.990 Euro. Auch straßenzugelassene Varianten von Talaria bewegen sich deutlich oberhalb des Yozma-Preises.

Natürlich lassen sich diese Fahrzeuge hinsichtlich Leistung, Akku, Fahrwerk und Ausstattung nicht eins zu eins vergleichen. Der Abstand zeigt trotzdem deutlich, was Yozma versucht: den Einstieg ins elektrische Offroad-Fahren erheblich günstiger zu machen.

Yozma IN 10 Pro

Die #SteckerBiker meinen

Wie viel E-Dirtbike bekommt man also für 2.199 Euro? Auf dem Papier eine ganze Menge. Das Yozma IN 10 Pro bietet ordentlich Leistung, einen herausnehmbaren Akku, 17/14-Zoll-Räder und ein vollwertiges Fahrwerk zu einem Preis, der deutlich unter vielen bekannten Konkurrenten liegt.

Gerade für Einsteiger und jüngere Fahrer könnte das IN 10 Pro damit ein spannender und vergleichsweise günstiger Einstieg in die elektrische Zweiradwelt sein.

Schade finden wir allerdings, dass es bislang keine straßenzugelassene Version gibt. Für Blinker, Spiegel, Kennzeichenhalter und eine entsprechende Homologation würden wir durchaus 300 oder 400 Euro mehr auf den Tisch legen. Selbst für rund 2.500 oder 2.600 Euro wäre das IN 10 Pro im Vergleich zu vielen straßenzugelassenen Konkurrenten noch immer verdammt günstig.

Für 2.199 Euro ist das Yozma IN 10 Pro jedenfalls eine echte Ansage. Wenn das Bike in der Praxis hält, was die technischen Daten versprechen, könnte Yozma damit einen richtig spannenden und bezahlbaren Einstieg in die Welt der E-Dirtbikes liefern.

Die Werbekampagne mit dem „Aldi-Preis“ hat zumindest bei uns voll eingeschlagen. 😉 Das IN 10 Pro hat unsere Aufmerksamkeit – wir bleiben dran und werden weiter berichten.

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