Elektrische Himalayan – Royal Enfields HIM-e erneut gesichtet
Die elektrische Himalayan von Royal Enfield sorgt wieder für Gesprächsstoff. Wie das britische Motorradportal Buck City Biker jetzt berichtet, wurde die neueste Entwicklungsstufe der HIM-E beim One Ride 2026 in Indien gezeigt. Drei Jahre nach ihrer ersten Vorstellung auf der EICMA wirkt die Maschine inzwischen deutlich ausgereifter. Doch die wichtigste Frage bleibt: Wann kommt die elektrische Reiseenduro endlich auf den Markt?
Drei Jahre Entwicklungszeit
Als Royal Enfield 2023 die erste HIM-E vorstellte, war sie noch deutlich als Entwicklungsfahrzeug zu erkennen. Bereits 2024 folgte eine umfangreich überarbeitete Version mit neuer Batterie, neuem Motor, veränderter Elektronik und elektronischem Fahrwerk.
Die jetzt gezeigte Maschine fällt zunächst durch ihre ungewöhnliche, farbenfrohe Blumenlackierung auf. Die Gestaltung soll von der Kultur Ladakhs und dem Schneeleoparden inspiriert sein – jener Hochgebirgsregion im Himalaya, in der Royal Enfield die HIM-E auch erprobt. Hinter dem auffälligen Design steckt also ein ernsthaftes Entwicklungsprojekt. Getestet wurde unter anderem in der Region um den über 5.300 Meter hohen Khardung La. Gerade dort müssen sich Antrieb, Batterie und Fahrwerk unter anspruchsvollen Bedingungen beweisen.
Stark Future im Spiel
Die Verbindung zwischen Royal Enfield und Stark Future ist für unsere Leser nicht neu. Bereits 2025 haben wir über die Zusammenarbeit berichtet. Royal Enfields Muttergesellschaft Eicher Motors investierte Ende 2022 rund 50 Millionen Euro in Stark Future und sicherte sich damit einen Anteil von gut zehn Prozent.
Wie Buck City Biker unter Berufung auf British Dealer News berichtet, soll ein 2025 gezeigter HIM-E-Prototyp bereits einen Antriebsstrang der Stark VARG verwendet haben.
Auch in unserer Übersicht der kommenden Elektromotorräder hatten wir die HIM-E bereits mit der geplanten Stark Älg in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich um ein angekündigtes elektrisches Adventure-Motorrad, zu dem bislang allerdings nur wenige Informationen bekannt sind.
Ob die HIM-E tatsächlich als technische Grundlage für die Älg dient oder welche Komponenten künftig gemeinsam genutzt werden, ist allerdings weiterhin offen. Eine offizielle Bestätigung für ein gemeinsames Serienmodell gibt es nicht.
Viel Technik, aber noch immer keine Daten
Bei verschiedenen Entwicklungsständen der HIM-E waren bereits hochwertige Komponenten zu sehen: Brembo-Bremsen, ein Öhlins-Federbein, eine kräftige Upside-down-Gabel sowie ein 21-Zoll-Vorder- und 18-Zoll-Hinterrad. Auch die Integration von Batterie und Motor in die Fahrzeugkonstruktion wurde überarbeitet.
Was uns allerdings besonders interessieren würde, bleibt unbekannt: Akkukapazität, Motorleistung, Reichweite, Gewicht und Ladeleistung wurden bislang nicht offiziell veröffentlicht.
Gerade bei einer elektrischen Reiseenduro wäre vor allem die Ladeleistung entscheidend. Schließlich soll ein solches Motorrad nicht nur abseits befestigter Straßen funktionieren, sondern auch längere Anreisen ermöglichen.
Wann kommt die elektrische Himalayan?
Trotz der inzwischen dreijährigen Entwicklung gibt es eine ernüchternde Nachricht: Royal Enfield plant derzeit keine Serienproduktion der HIM-E.
Das Unternehmen bezeichnet die Maschine weiterhin als Erprobungsträger für elektrische Antriebe, Batterien und elektronische Systeme. Ein offizieller Marktstart, ein Preis oder ein verbindliches Datenblatt existieren nicht.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Entwicklungsarbeit vergeblich wäre. Die Erfahrungen könnten durchaus in zukünftige Elektromotorräder von Royal Enfield oder gemeinsame Projekte mit Stark Future einfließen.
Buck City Biker berichtet
Auf die aktuellen Bilder aufmerksam geworden sind wir durch Buck City Biker, ein unabhängiges britisches Online-Magazin, das sich ausschließlich mit elektrischen Motorrädern beschäftigt. Die Plattform berichtet regelmäßig über neue Modelle, Hersteller und technische Entwicklungen. Den englischsprachigen Originalartikel von Paul Roberts können wir euch empfehlen.
Die #SteckerBiker meinen:
Wir beobachten die Zusammenarbeit zwischen Royal Enfield und Stark Future schon länger mit großem Interesse. Beide Hersteller bringen Fähigkeiten mit, die sich hervorragend ergänzen könnten: Royal Enfield die Erfahrung mit alltagstauglichen Reiseenduros, Stark Future die leistungsstarke elektrische Antriebstechnik.
Die HIM-E zeigt jedenfalls, dass diese Entwicklung nicht nur auf dem Papier stattfindet. Hier wird tatsächlich gebaut, gefahren, getestet und verbessert.
Ob daraus irgendwann eine elektrische Himalayan, eine Stark Älg oder vielleicht sogar beides entsteht, bleibt abzuwarten.
Wir würden jedenfalls gern eines Tages mit einem solchen Motorrad durch die Berge fahren – statt immer nur darüber zu berichten.
1 Kommentar
Das Design ist sogar noch etwas älter. Hatte es in einem Youtube Video vor fast 10 Monaten schon mal gesehen. Neuerungen hatte ich keine gesehen. Es gab auch noch ein Video der normalen Version mit einem silbernen Gehäuse am Lenker an der rechten Seite, mit drei Knöpfen, denke um die Leistungs Modi zu ändern, ähnlich der Varg Modelle.
Anbei beide Videos.
https://www.youtube.com/watch?v=BG3c_wrM07c
https://youtu.be/JQph7sy7RyQ?t=51