Dakar Mission 1000: das fantastische Abenteuer von Team Galicia
Quelle: THE PACK Italia | Autor: Marco Ghezzi | Fotos: Pombo Fotógrafo | Bei der Dakar 2026 in der Mission 1000 – der Kategorie für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben – sticht ein Name besonders heraus: Team Galicia. Das liegt vor allem an Fran Gómez Pallas aus Carballo (Galicien), geboren in Venezuela, der 2026 seine neunte Dakar bestritt – zum zweiten Mal auf einem Elektromotorrad.
Was ist passiert? Ein echter spanischer Triumph: Fran holte Platz eins in der Kategorie, und seine Abenteurer-Gefährten Esther Merino und Miguel Puertas fuhren zudem starke dritte und vierte Plätze ein. Anerkennung gebührt natürlich auch dem Material: drei leistungsfähige Arctic Leopard EXE 880 Rally, die sich tadellos schlugen.
Eine Geschichte von Stürzen … und Erfolg
Der Erfolg hat jedoch eine lange Vorgeschichte und kam nicht ohne Schmerzen. Gómez hatte bei seinen sieben Dakars auf Verbrenner-Motorrädern viermal das Ziel erreicht – doch die bittere Erinnerung an 2024 war noch sehr präsent.
Mit 53 hatte er etwas Faszinierendes gewagt: Er wollte der erste Spanier werden, der die Dakar in der Mission-1000-Kategorie auf einem Elektromotorrad gewinnt. Fran startete mit einem handgefertigten Prototypen – extrem schwer, nicht weniger als 215 Kilo – den er fast jede Nacht schweißen musste, damit der Rahmen nicht nachgab. Es sah so aus, als würde es klappen. Doch nur 12 Kilometer vor dem Ende der vorletzten Etappe brach der Rahmen bei 140 km/h in zwei Teile.
Der Akku auf der einen Seite, er auf der anderen – der Traum in tausend Stücke. Dazu ein paar gebrochene Rippen und das Aus. Zwei Jahre später steht er wieder am Start: gleiches Ziel, aber diesmal mit einem Werksmotorrad – und mit zwei wertvollen Teamkollegen, Esther Merino und Miguel Puertas, einem Duo aus Erfahrung, Speed und Entschlossenheit.
Am 17. Januar 2026 wird Mission 1000 zum Erfolg für das gesamte Team!
Wir haben Fran interviewt. Das hat er uns erzählt:
Warum Mission 1000?
„Nach sieben Dakars auf Motorrädern hatte ich das Gefühl, dass etwas anderes und Besonderes nötig ist. Seit der Dakar 2018 habe ich bereits mehrere Jahre an einem innovativen Projekt gearbeitet: mit einem Elektromotorrad Rennen fahren! Mein Freund Joan Puig hatte einen zu 100% handgebauten Elektro-Prototypen geschaffen, inklusive eines 90-Kilo-Akkus. Das Motorrad hatte eine tolle Leistungsentfaltung und ich war im Rennen sehr konkurrenzfähig. Die Elektronik hat nicht versagt und ich konnte das Ziel schon vor mir sehen. Aber in Etappe 11 brach der Rahmen in zwei Teile und ich war raus.“
„Ich war verbittert, aber die Idee war, zurückzukommen und die Dakar zu Ende zu fahren. Über ein Jahr lang habe ich mit Sponsoren gesprochen und wir haben Kontakt zu Arctic Leopard aufgenommen. Ihnen gefiel die Idee und sie bereiteten drei EXE 880 Rally für uns vor – mit 51 kW Leistung und 140 kg Gewicht. Das Ziel war, zu finishen und mit unserem Team die Kategorie zu gewinnen – und das haben wir geschafft.“
Wie war es, elektrisch zu fahren?
„Der große Unterschied zwischen einem Elektromotorrad und einem Verbrenner betrifft vor allem Gewicht und Leistungsabgabe. Sie wiegen wegen der Batterien meistens mehr; dafür ist die Leistungsentfaltung im Vergleich zum Verbrennungsmotor deutlich unmittelbarer und geschmeidiger. Die Vorteile eines Elektromotorrads liegen besonders in Zuverlässigkeit und Wartung: Abgesehen vom Fahrwerk ist der Motor sehr einfach, und am Ende einer Etappe muss man kein Öl wechseln, keine Luftfilter, keine Kupplung etc. Alles wird stark vereinfacht und unerwartete Probleme werden reduziert.“
Gab es Probleme?
„Praktisch keine, alles hat perfekt funktioniert. Reichweite bleibt der Punkt, der verbessert werden muss. Momentan schaffen wir maximal 120 km in einem guten Tempo. In der neuen Version sollten die Batterien jedoch 20 oder 25% mehr Reichweite bringen.“
Zukunftsprojekte?
„Ich träume davon, einen Top-Fahrer auf einem Elektromotorrad in der Gesamtwertung der Dakar-Motorradklasse gegen Verbrenner antreten zu lassen. Dafür müssten wir an den Tankpunkten einen Batteriewechsel erlaubt bekommen.“
Am Ende, so ergänzen wir, ist der Erfolg von Team Galicia nicht nur sportlich: Er ist auch ein Zeichen dafür, dass die Zukunft der Dakar ebenfalls elektrisch, konkurrenzfähig und spektakulär sein kann.
An Team Galicia geglaubt haben nicht nur Arctic Leopard, sondern auch zahlreiche Sponsoren aus der Branche und aus Institutionen: INDUPANEL, ACIVRO, LANTANIA, XUNTA DE GALICIA, TURISMO DE GALICIA, DEPUTACION DA CORUÑA, DEPORTE GALEGO, CONCELLO DE CARBALLO, INOXMAN, QUECHOVA
Dieser Artikel erschien ursprünglich bei THEPACK Italia. Ihr findet das Original in italienischer Sprache hier:
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