Black Tea Motorbikes: E-Motorräder aus Insolvenzmasse in der Auktion
Die Hoffnung auf eine Rettung von Black Tea Motorbikes scheint sich zerschlagen zu haben. Nachdem Anfang Oktober das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, werden nun zahlreiche Bonfire- und Wildfire-Modelle aus der Insolvenzmasse verkauft. Vieles deutet damit auf das Ende des Münchner Elektromotorradherstellers hin. Die Preise beginnen bereits bei 1.450 Euro. Doch lohnt sich der Kauf eines Motorrads, dessen Hersteller vor einer ungewissen Zukunft steht?
40 Positionen im Insolvenzverkauf
Über das Auktionshaus Schwarzfischer werden derzeit insgesamt 40 Positionen aus dem Bestand von Black Tea Motorbikes angeboten. Darunter befinden sich Elektromopeds, Motorräder der Modelle Bonfire und Wildfire sowie ein Posten halbfertiger Wildfire-Maschinen.
Der Verkauf erfolgt online als Sofortverkauf. Interessenten können die Fahrzeuge zum angegebenen Festpreis erwerben oder ein eigenes verbindliches Preisangebot abgeben.
Der Katalog ist bis zum 19. November 2026 um 10 Uhr ausgeschrieben. Die Fahrzeuge befinden sich in München (PLZ 81249) und müssen dort abgeholt werden. Eine Besichtigung ist nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Preise von 1.450 bis 5.450 Euro
Die aufgerufenen Preise erscheinen auf den ersten Blick durchaus attraktiv. Zum Vergleich: Die Wildfire kostete zuletzt je nach Ausstattung zwischen 8.990 und 12.490 Euro, die Bonfire 125 zwischen 7.490 und 7.990 Euro.
Eine Wildfire des Modelljahres 2026 mit zwei Akkus, 10 kW Dauerleistung und bis zu 34 kW Spitzenleistung wird beispielsweise für 5.450 Euro angeboten.
Eine gebrauchte Wildfire aus dem Modelljahr 2025 mit einem Akku ist bereits für 2.950 Euro erhältlich. Bonfire-125-Modelle werden teilweise für 2.750 Euro angeboten – allerdings ohne Akku.
Auch Elektromopeds sind im Katalog zu finden. Hier beginnen die Preise bei 1.450 Euro. Für einen Posten halbfertiger Wildfire-Motorräder werden 25.000 Euro verlangt.
Einzelne Positionen sind bereits als verkauft gekennzeichnet.
Den vollständigen Katalog findet ihr hier:
Die #SteckerBiker meinen:
Wir haben das Start-up um Gründer Viktor Sommer von Anfang an begleitet und unterstützt. Umso trauriger ist es, diese Entwicklung mitanzusehen. Als im Juli die Insolvenz bekannt wurde, hatten wir noch gehofft, dass Black Tea Motorbikes wieder auf die Beine kommt. Enttäuschend finden wir auch, dass die Community seitdem kaum Informationen erhalten hat. Statt einer Erklärung zur aktuellen Situation wurde lediglich der Link zum Insolvenzverkauf geteilt.
Wer jetzt über einen Kauf nachdenkt, sollte sich das gut überlegen. Zwar stammen viele Komponenten aus China und sind teilweise über AliExpress erhältlich, doch bei Akkus, Steuergeräten oder fahrzeugspezifischen Ersatzteilen könnte es künftig schwierig werden. Auch die weitere Serviceversorgung ist ungewiss.
Ein vermeintliches Schnäppchen kann so schnell teuer werden. Wir hätten Black Tea Motorbikes eine andere Zukunft gewünscht. Ob die Marke irgendwann unter neuer Führung zurückkehrt, bleibt weiterhin offen. Für das bisherige Unternehmen ist der Verkauf der Motorräder jedenfalls ein trauriges Zeichen.