Real Motors Project: ARES – mehr als ein Concept Bike?

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Categories Fahrzeuge
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Author Remo Klawitter

Spektakuläre Elektromotorrad-Studien gibt es viele. Auf Messen sorgen sie für offene Münder, verschwinden danach aber nicht selten wieder in der Schublade. Als Real Motors 2024 Project: ARES zeigte, hätte man auch hier skeptisch sein können. Zwei Jahre später sind die ersten Sondereditionen ausverkauft und mit LOT 01 steht eine Produktionscharge von bis zu 250 Motorrädern in den Startlöchern. Doch wie viel vom spektakulären Prototyp hat es bis zur Kleinserie geschafft?

Real Motors Projekt Ares

Wer steckt hinter Real Motors?

Real Motors ist ein junges US-Unternehmen, hinter dem ein internationales Team aus Automobildesignern, Ingenieuren und Enthusiasten mit Motorsport-Hintergrund steht. Der Hersteller setzt auf kleine Stückzahlen und flexible Strukturen statt klassischer Großserienproduktion.

Unterstützung bekam das Startup früh aus South Carolina. Die South Carolina Research Authority (SCRA) stellte insgesamt 75.000 US-Dollar Fördermittel bereit. 2024 arbeitete Real Motors zudem an einer Seed-Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen US-Dollar, um Project: ARES zur Marktreife zu bringen. (Ob diese vollständig abgeschlossen wurde, ist nicht öffentlich dokumentiert.)

Project: ARES ist das erste Motorrad der Marke. Der Name stammt aus der griechischen Mythologie: Ares ist der Gott des Krieges. Interessanter als der martialische Name ist jedoch die stetige Entwicklung des Bikes.

Real Motors Projekt Ares

Vom Prototyp zur Produktion

Als ARES 2024 größere Aufmerksamkeit bekam, war das Motorrad noch ein fahrfähiger Entwicklungsprototyp. Für den damaligen Entwicklungsstand standen rund 11 kWh Akkukapazität, 160 Kilometer Reichweite und 145 bis 160 km/h Höchstgeschwindigkeit im Raum. Von 0 auf 100 km/h sollte es in weniger als vier Sekunden gehen. Getestet wurde unter anderem auf einem Gelände von Michelin.

Auf der SEMA 2025 in Las Vegas, einer der weltweit größten Automotive- und Zubehörmessen, folgte der erste Production Prototype. Das futuristische Erscheinungsbild blieb erhalten, technisch rückte ARES Richtung Produktion.

Beim Engineering greift Real Motors auf erfahrene Partner zurück und nennt unter anderem das Michelin Innovation Lab sowie Circle Engineering aus dem ehemaligen Energica-Umfeld.

Den Anfang der Kleinserie machte die auf 25 Exemplare limitierte Alpha Edition für 29.000 US-Dollar. Es folgte die Founder’s Edition mit 50 Exemplaren für 19.000 US-Dollar. Die inzwischen ausverkaufte Edition leistet 75 kW (102 PS), verfügt über einen 15-kWh-NCM-Akku und erreicht laut Real Motors 192 km/h Spitze.

Damit war ARES endgültig mehr als ein fahrfähiger Prototyp. Doch Real Motors geht noch einen Schritt weiter.

Real Motors Projekt Ares

LOT 01: Bis zu 250 Motorräder

Mit LOT 01 folgt die erste größere Produktionscharge für das Modelljahr 2027. „Lot“ bezeichnet dabei schlicht ein Produktionslos beziehungsweise eine Produktionscharge.

Ein 65 kW (88 PS) starker PMSM-Mittelmotor treibt über eine klassische Kette das Hinterrad an. Der NCM-Akku fasst 13,4 kWh, die Höchstgeschwindigkeit gibt Real Motors mit 175 km/h an. Das Gewicht soll bei rund 215 Kilogramm liegen.

Bis zu 250 Exemplare weltweit sollen gebaut werden. Der Preis liegt bei 20.000 US-Dollar, für die Vorbestellung wird eine erstattungsfähige Anzahlung von 500 US-Dollar fällig.

Auch Europa ist eingeplant. Real Motors nennt für die EU das erste Quartal 2027 – vorausgesetzt, die Homologation ist bis dahin abgeschlossen. Die finale Konfiguration will der Hersteller vor Produktionsbeginn bekanntgeben.

Real Motors Projekt Ares

Science-Fiction trifft Café Racer

Technische Daten erzählen bei ARES nur die halbe Geschichte. Real Motors bezeichnet das Motorrad als Neo Café Racer und kombiniert klassische Proportionen mit einer Optik, die genauso gut aus einem Science-Fiction-Film stammen könnte.

Große Flächen treffen auf sichtbare technische Komponenten, die Front wirkt fast vollständig verkleidet und das schlanke Heck setzt einen deutlichen Kontrast zum massiven Mittelteil. Bemerkenswert ist vor allem, wie viel vom ursprünglichen Concept Bike den Weg Richtung Produktion geschafft hat.

Real Motors nennt das Konzept „Electric Analogue“. Technologie soll sich zurücknehmen und Design, sichtbare Mechanik und das unmittelbare Fahrerlebnis in den Mittelpunkt rücken.

Real Motors Projekt Ares

Die #SteckerBiker meinen

Project: ARES ist genau die Art Elektromotorrad, die wir gerne häufiger sehen würden. Eigenständig, mutig und weit entfernt vom Einheitsdesign – ein Entwurf, der den Weg vom Zeichenbrett auf die Straße gefunden hat.

Und die Entwicklung spricht für sich: Aus zunächst 25 Motorrädern wurden 50, mit LOT 01 sollen nun bis zu 250 weitere folgen. Aus einem spektakulären Concept Bike wächst damit Schritt für Schritt ein ernstzunehmendes Elektromotorrad – und der nächste Schritt Richtung regulärer Serie scheint längst nicht ausgeschlossen.

Gelingt jetzt noch die Homologation für Europa, könnte uns ARES bald auch hierzulande an der Ampel begegnen. Und darauf hätten wir richtig Lust. Denn eines steht fest: Project: ARES würde im heutigen Straßenbild garantiert nicht untergehen – und wir würden verdammt gerne selbst eine Runde damit drehen.

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