Naxeon SC3 und SC5: Mutlos in den Mainstream
Mit der I AM. hat Naxeon gezeigt, wie außergewöhnlich ein Elektromotorrad aussehen kann. Futuristische Linien, eine markante Front und eine Formensprache, die sich bewusst von klassischen Motorrädern abhebt. Nun erweitert der chinesische Hersteller sein Angebot um die Elektroroller SC3 und SC5. Die setzen auf moderne Technik, praktische Lösungen und ein deutlich gefälligeres Erscheinungsbild. Doch warum geht Naxeon ausgerechnet beim Design einen anderen Weg?
Alles begann mit der I AM.
Als Naxeon 2023 auf der EICMA in Mailand seine I AM. präsentierte, sorgte das Elektromotorrad für Aufmerksamkeit. Der junge Hersteller aus dem chinesischen Chongqing bewies damit, dass Elektromobilität nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch neue Wege gehen kann.
Inzwischen sind die I AM. und I AM. Pro auch in Deutschland erhältlich. Die beiden Modelle verfügen über Akkukapazitäten von 4,6 beziehungsweise 6,5 kWh und bieten zahlreiche digitale Funktionen.
Vor allem aber haben sie eines gemeinsam: einen Auftritt, den man so schnell nicht vergisst.
Vom Elektromotorrad zum Elektroroller
Im September 2025 präsentierte Naxeon auf der China Motorcycle Expo erstmals seine neue Rollergeneration. Mit den Baureihen SC3 und SC5 möchte der Hersteller auch den Markt der alltagstauglichen Elektroroller bedienen.
Die offizielle Markteinführung in China folgte im Dezember 2025. Inzwischen werden die Fahrzeuge dort bereits über den Handel angeboten.
Der kompaktere SC3 richtet sich vor allem an Pendler und Fahrer, die ein handliches Fahrzeug für den Stadtverkehr suchen. Der größere SC5 bietet dagegen mehr Platz und Komfort. Optisch sind sich beide Modelle allerdings zum Verwechseln ähnlich. Während der SC3 hinten auf einem 10-Zoll-Rad rollt, setzt der SC5 vorne und hinten auf 12-Zoll-Räder. Auch beim Stauraum gibt es Unterschiede: 27 Liter beim SC3 und 30 Liter beim SC5, wobei Letzterer laut Hersteller sogar einen Integralhelm aufnehmen soll.
Bei den Radgrößen hätten wir uns allerdings mehr gewünscht. Während NIU bei seiner neuen Rollergeneration konsequent auf 14-Zoll-Räder setzt, bleibt Naxeon bei vergleichsweise kleinen Dimensionen. Größere Räder können Unebenheiten besser überrollen und insbesondere auf schlechten Straßen zu einem ruhigeren, stabileren Fahrverhalten beitragen.
Wie schon bei der I AM. setzt Naxeon auch bei den neuen Elektrorollern auf Radnabenmotoren im Hinterrad. Die kleineren Ausführungen erreichen Spitzenleistungen zwischen 2,6 und 3 kW sowie Höchstgeschwindigkeiten von 55 beziehungsweise 65 km/h.
Mit der SC5X Max und SC5X Ultra erweitert Naxeon die Baureihe um leistungsstärkere Varianten. Die Max leistet in der Spitze 4,5 kW und soll 75 km/h erreichen. Für die Ultra nennt der Hersteller sogar 8,3 kW Spitzenleistung und 100 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Bei den Akkus verfolgt der Hersteller unterschiedliche Ansätze. Während in China zunächst preisgünstige Varianten mit Bleiakkus vorgestellt wurden, werden inzwischen auch Lithiumversionen beworben. Für die leistungsstärkeren SC5X-Modelle sind Lithiumakkus mit rund 2,3 beziehungsweise 4,0 kWh vorgesehen.
Bislang konzentriert sich Naxeon auf den chinesischen Heimatmarkt. Ein europäischer Verkaufsstart ist noch nicht angekündigt. Da die I AM. und I AM. Pro bereits in Deutschland erhältlich sind, dürfte es allerdings weniger eine Frage des Ob als vielmehr des Wann sein, bis auch die SC-Baureihe zu uns kommt.
Moderne Technik für den Alltag
Technisch möchte Naxeon bei seinen Elektrorollern an den Anspruch der I AM. anknüpfen.
Besonders auffällig ist das Doppeldisplay im Cockpit. Zwei nebeneinander angeordnete 5-Zoll-Bildschirme teilen sich die Aufgaben. Während eine Anzeige klassische Fahrinformationen liefert, ist die zweite für zusätzliche digitale Funktionen vorgesehen.
Dazu gehören je nach Ausstattung unter anderem Navigation, Informationen zum Energieverbrauch und verschiedene Fahrzeugfunktionen. Das Doppeldisplay ist allerdings nicht bei jeder Variante serienmäßig verbaut.
Auch abseits des Cockpits hat Naxeon einiges vorgesehen. Je nach Modell werden unter anderem Traktionskontrolle, Tempomat, verschiedene Fahrmodi, Berganfahrhilfe und eine schlüssellose Entriegelung per Smartphone angeboten.
Bei höherwertigen Ausführungen kommt außerdem ein Zweikanal-ABS hinzu. Scheibenbremsen an beiden Rädern und hinten fünffach einstellbare Federbeine gehören ebenfalls zum technischen Konzept.
Darüber hinaus setzt Naxeon auf sein neues N³ Deep Intelligence Ecosystem. Die vernetzte Fahrzeugplattform kombiniert das Betriebssystem neonOS mit einem KI-Assistenten namens NIM. Dieser soll unter anderem das Fahrverhalten analysieren, die Fahrzeugsteuerung anpassen und mögliche technische Probleme frühzeitig erkennen. Ob und in welchem Umfang diese selbstlernenden Funktionen bei den einzelnen Rollermodellen verfügbar sind und wie zuverlässig sie im Alltag arbeiten, bleibt abzuwarten.
Damit zeigt Naxeon, dass die neuen Roller nicht allein über ihren Preis und ihre Alltagstauglichkeit überzeugen sollen. Auch technisch möchte sich der Hersteller von einfachen Elektrorollern abheben.
Unsere mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte Designstudie zeigt, wie ein Elektroroller mit der außergewöhnlichen Formensprache der Naxeon I AM. aussehen könnte.
Die #SteckerBiker meinen:
Mit SC3 und SC5 erweitert Naxeon sein Angebot um durchaus interessante Elektroroller. Technisch versprechen die verschiedenen Leistungsklassen, Lithiumvarianten, das ungewöhnliche Doppeldisplay und vor allem die KI-gestützten, selbstlernenden Fahrzeugfunktionen einiges.
Beim Design sind wir allerdings enttäuscht. Während die I AM. mit ihrer eigenwilligen Optik aus der Masse heraussticht, wirken die neuen Roller beinahe austauschbar. Ähnliche Formen kennen wir längst von NIU, ZERO, Segway und Co.
Auch die kleinen Räder sind für uns ein Kritikpunkt. Gerade bei einem modernen Elektroroller hätten wir uns 14-Zoll-Räder gewünscht, die insbesondere auf schlechten Straßen Vorteile beim Überrollen von Unebenheiten und bei der Fahrstabilität bieten können. Unsere #SteckerBiker-Designstudie steht übrigens auf 14 Zoll. 😉
Aber vielleicht ist genau das die neue Strategie: Mit einem außergewöhnlichen Elektromotorrad Aufmerksamkeit erzeugen und mit gefälligeren Rollern möglichst viele Käufer erreichen.
Wirtschaftlich vielleicht clever – gestalterisch aber eine verpasste Chance.
Und jetzt seid ihr gefragt: Welcher Roller gefällt euch optisch besser – die originalen SC-Modelle von Naxeon oder unsere #SteckerBiker-Designstudie?