Solar E-Clipse: 60 Kilo leicht, bis zu 16 kW stark – und fährt mit Solar?
Die Solar E-Clipse fällt auf. Optisch hebt sich das leichte Elektromotorrad von vielen Modellen seiner Klasse ab, technisch bietet der Hersteller einige interessante Lösungen. Vor allem die neue Stealth Edition macht neugierig. Doch eine Frage drängt sich bei dem Namen auf: Hat die Solar E-Clipse wirklich Solarmodule an Bord?
Solar Scooters – von E-Scootern zum E-Motorrad
Hinter der E-Clipse steht Solar Scooters. Die Marke gibt an, ihre Fahrzeuge in Los Angeles, Kalifornien, zu entwickeln und zu testen. Seit 2020 existiert zudem die britische Solar Scooters Ltd. mit Sitz bei London. Bekannt wurde Solar vor allem durch leistungsstarke E-Scooter, inzwischen gehören auch leichte Elektromotorräder zum Portfolio.
Die E-Clipse wird als straßenzugelassene Version für den europäischen Markt angeboten. Beleuchtung, Blinker, Spiegel, Kennzeichenhalter und Fahrgestellnummer gehören zur Ausstattung. Solar zielt damit neben dem Einsatz im Gelände und der Freizeit auf den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr.
Drei Varianten mit ordentlich Power
Den Einstieg bildet die E-Clipse 2.0 mit bis zu 10 kW Spitzenleistung und knapp 100 km/h Höchstgeschwindigkeit. Im britischen Shop kostet sie aktuell 4.999,99 Pfund (ca. 5.850 Euro).
Darüber rangiert die Race Edition mit bis zu 16 kW, 600-A-Controller und maximal 70 mph bzw. rund 113 km/h. Der Preis liegt bei 5.499,99 Pfund (ca. 6.440 Euro).
Die neue Stealth Edition leistet bis zu 15 kW und setzt statt Kette auf einen Carbon-Riemenantrieb. Dazu kommen ein 600-A-Controller, eine spezielle Verkleidung in Carbon-Optik und ein Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto. Aktuell wird die Stealth in den USA zum Aktionspreis von 5.999,95 US-Dollar (ca. 5.200 Euro) angeboten.
Vor allem der Riemenantrieb macht die Stealth für den urbanen Einsatz interessant: weniger Wartung, kein Kettenfett und ein leiser Antrieb. Optional bietet Solar außerdem zwei abschließbare Seitenkoffer mit insgesamt 46 Litern Stauraum an – gerade für Pendler eine praktische Ergänzung. Damit lässt sich die leichte E-Clipse durchaus zum alltagstauglichen Commuter ausbauen. Eine Kombination, die man bei Elektromotorrädern dieser Gewichtsklasse nicht allzu häufig findet.
Hochwertige Zellen und überschaubare Ladezeit
Die Energie liefert ein 72-Volt-Akku mit 45 Ah und 3,24 kWh Kapazität. Solar verwendet 21700-Zellen von LG.
Der Akku lässt sich herausnehmen. Mit dem serienmäßigen 10-A-Ladegerät soll eine vollständige Ladung etwa drei bis vier Stunden dauern.
Solar nennt im Eco-Modus bis zu 70 Meilen bzw. rund 113 Kilometer Reichweite, im Sport-Modus etwa 97 Kilometer. Die tatsächliche Reichweite hängt wie immer von gefahrener Geschwindigkeit, dem Fahrergewicht und den Einsatzbedingungen ab.
Mit Carbon zum Leichtgewicht
Die E-Clipse wiegt rund 60 Kilogramm. Carbonrahmen und Carbon-Schwinge halten das Gewicht niedrig.
Optional bietet Solar 16-Zoll-Carbonräder an. Damit soll das Gewicht auf nur noch 46,7 Kilogramm sinken. Die maximale Zuladung beträgt 150 Kilogramm.
Zur Wahl stehen 19-Zoll-Enduroräder oder 16-Zoll-Supermoto-Räder. Die Sitzhöhe liegt je nach Konfiguration bei etwa 76 bis 81 Zentimetern und lässt sich ebenfalls über das Fahrwerk anpassen.
CarPlay, Android Auto und Vierkolbenbremsen
Zur weiteren Ausstattung gehören LED-Scheinwerfer, Rück- und Bremslicht, Blinker sowie ein Farbdisplay mit Touchscreen. Bei der Stealth Edition sind Apple CarPlay und Android Auto integriert.
Die stärkeren Varianten verfügen über hydraulische Vierkolben-Bremssättel mit schwimmend gelagerten Bremsscheiben. Hinzu kommen Rekuperation und Motorabschaltung beim Bremsen.
Solar gibt eine IP67-Klassifizierung an. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Staub kann nicht eindringen und auch kräftiger Regen oder eine ordentliche Wasserdusche sollten der Technik nichts anhaben. Die Schutzklasse sieht sogar Schutz bei kurzzeitigem Eintauchen in Wasser vor.
Die #SteckerBiker meinen
Die Solar E-Clipse bringt frischen Wind in die Klasse der leichten Elektromotorräder. Sie punktet mit einer eigenständigen Optik, ihrem geringen Gewicht und – besonders in der Stealth Edition – mit dem Carbon-Riemenantrieb. Gerade für den urbanen Einsatz ist die Kombination aus leichtem Fahrzeug, herausnehmbarem Akku und wartungsarmem Riemen ziemlich attraktiv.
Das geringe Gewicht und die vergleichsweise überschaubaren Preise machen die E-Clipse zudem für Einsteiger und jüngere Fahrer interessant.
Und die Sache mit dem Namen? Solarpanele sucht man an der Solar E-Clipse leider vergeblich. Solar ist schlicht der Name des Herstellers. Gegen ein paar zusätzliche Watt Sonnenstrom hätten wir allerdings nichts einzuwenden gehabt. 😉