7-kW-Fast-Charger: Stark geht bei der VARG einen eigenen Weg

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Categories Technik
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Author Remo Klawitter

Ein neues Ladegerät ist selten eine Schlagzeile wert. Der neue 7-kW-Fast-Charger von Stark Futurekönnte jedoch mehr sein als nur schnelleres Zubehör. Er gibt einen interessanten Einblick in das Ladekonzept der VARG – und wirft dabei einige spannende technische Fragen auf.

Stark Varg Charge Stand
Stark Varg Charge Stand

So wurden die VARG-Modelle bisher geladen

Seit der Einführung der VARG setzt Stark Future auf externe Ladegeräte. Zum Lieferumfang gehörte zunächst der Charger Stand, der Ladegerät und Montageständer in einem System vereint. Mit einer Ladeleistung von 3,3 kW benötigt er rund zwei Stunden, um den Akku der VARG vollständig zu laden. Das Konzept richtet sich vor allem an Fahrer, die ihre VARG in der Garage, der Werkstatt oder an der Rennstrecke zwischen den Turns laden.

Später folgte der kompaktere Portable Charger, der ebenfalls mit 3,3 kW arbeitet, sich jedoch deutlich einfacher transportieren lässt. Für den weltweiten Einsatz bietet Stark passende Netzkabel für Europa, Großbritannien, die Schweiz, die USA sowie Australien und Neuseeland an. Laut Stark kann der Portable Charger mit einem entsprechenden Adapter sogar an öffentlichen AC-Ladesäulen betrieben werden.

Stark Varg Portable Charger
Stark Varg Portable Charger

Der neue 7-kW-Fast-Charger

Mit dem neuen 7-kW-Fast-Charger halbiert Stark die Ladezeit der VARG auf rund eine Stunde. Auffällig ist dabei der Netzanschluss: Statt auf Schuko setzt der Hersteller auf einen 32-A-CEE-Anschluss, besser bekannt als CEE 32 blau

Übrigens wird der Fast-Charger auch mit einem mehrphasigen CEE32 rot-Stecker angeboten, den er jedoch nur einphasig nutzen kann.

Auf den ersten Blick wirkt diese Entscheidung ungewöhnlich. Warum sich Stark für den „großen“ CEE 32 blau/rot entschieden hat, erschließt sich aus der Ladeleistung. Schuko-Dosen sind für maximal 16A ausgelegt, und die oft auch nicht dauerhaft. Der als „Campingstecker“ bekannte CEE 16 blau – Anschluss ist da schon etwas robuster, jedoch auch nur bis zu einer maximalen Stromstärke von (der Name sagt es bereits)  16A ausgelegt. Da das 7-kW-Ladegerät nur einphasig ausgelegt ist, bedarf es für die volle Leistung jedoch gut 30A bei 230V, also deutlich mehr.

Eine mögliche Erklärung liegt im grundsätzlichen Fahrzeugkonzept der VARG. Da Stark die komplette Ladeelektronik in ein externes Ladegerät auslagert, kann auf einen fest integrierten Onboard-Charger verzichtet werden. Das spart Bauraum, reduziert das Fahrzeuggewicht und vereinfacht die Konstruktion. Ein leistungsstarker Onboard-Charger würde zusätzlichen Platz benötigen und das Motorrad schwerer sowie aufwendiger machen. Ob genau diese Überlegungen für Stark ausschlaggebend waren, hat der Hersteller bislang allerdings nicht bestätigt.

Stark Varg Fast Charger
Stark Varg Fast Charger

Typ 2 wird Teil des Konzepts

Mit dem Portable Charger öffnet sich Stark erstmals auch der öffentlichen AC-Ladeinfrastruktur. Über einen optionalen Adapter kann das Ladegerät an einer Typ-2-Ladesäule betrieben werden. Die Kommunikation mit der Ladesäule übernimmt dabei das externe Ladegerät und nicht das Motorrad selbst.

Genau darin unterscheidet sich die VARG von vielen anderen Elektromotorrädern. Statt auf ein einziges Ladegerät setzt Stark auf ein modulares Ladekonzept. Der Charger Stand bleibt die Lösung für die heimische Garage, der Portable Charger passt ins Reisegepäck und der neue 7-kW-Fast-Charger richtet sich an Fahrer, die unterwegs oder an der Rennstrecke möglichst schnell wieder einsatzbereit sein möchten.

Typ2 auf Schuko Adapter
Typ2 auf Schuko Adapter

Die #SteckerBiker meinen

Der 7-kW-Fast-Charger ist weit mehr als nur ein schnelleres Ladegerät. Er zeigt, dass Stark Future sein modulares Ladekonzept konsequent weiterentwickelt. Statt einen schweren Onboard-Charger ins Motorrad zu integrieren, setzt der Hersteller weiterhin auf externe Ladelösungen für unterschiedliche Einsatzzwecke.

Da Stark beim Fastcharger leider nur einphasiges Laden anbietet, ist der Nutzer auf 32A-Industriestecker angewiesen, die leider nur selten im privaten Bereich zu finden sind. Die Anschlüsse erfordern große Kabelquerschnitte welche auch noch lange nicht an den Cross- und Endurostrecken üblich sind. Aber an dieser Stelle zeigt sich, worauf solche Strecken künftig besonders achten müssen, wenn sie der Elektrifizierung des Motorsports und damit auch der besseren Lärmverträglichkeit eine Zukunft geben wollen:  Eine ausreichend dimensionierte Stromversorgung.

Wer hofft, mit dem Fast-Charger ausgedehnte Motorradtouren unternehmen und unterwegs an einem 22-kW-Ladepunkt (Typ2) schnell wieder nachladen zu können, sei jedoch gewarnt: Zwar hat Stark Future bisher keine Angaben zum Gewicht gemacht, jedoch ist erfahrungsgemäß mit etwa 8-10 kg zu rechnen. Zu viel für den Rucksack.

Aktuell ist uns auch kein kommerziell verfügbarer Adapter von Typ2 auf CEE32 rot oder blau bekannt. Doch dies ist eher ein geringes Problem für die technisch versierten Bastler da draußen… Allerdings bleibt immer die Gefahr, dass der gewählte Ladepunkt eine Schieflasterkennung hat und entweder die Leistung reduziert oder den Betrieb sogar komplett verweigert.

Das Grundkonzept überzeugt jedoch: Es verbindet kurze Ladezeiten mit einem flexiblen Ladesystem, das sich Schritt für Schritt auch für die öffentliche Typ-2-Infrastruktur öffnet. Die Ladegeräte entsprechend anzupassen, dürfte eine überschaubare technische Aufgabe sein.

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1 Kommentar

  1. Nur leider ist in Deutschland 7kW einphasig nicht erlaubt. Die Schieflast muss auf 20A begrenzt sein, was ungefähr 4,6 kW sind.
    D.h. Den 7kW-Lader in Deutschland ab in die Tonne.

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