Arctic Leopard holt Graham Jarvis an Bord und zeigt XD Pro und XC Pro auf der EICMA 2026

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Author THE PACK

Der chinesische Elektro-Offroad-Hersteller Arctic Leopard nutzt die EICMA 2026 in Mailand für drei Neuigkeiten: Hard-Enduro-Legende Graham Jarvis wird künftig an der Entwicklung der nächsten Generation elektrischer Enduros mitarbeiten. Außerdem feiert die neue XD Pro ihre Europapremiere, während die XC Pro erstmals außerhalb Chinas öffentlich zu sehen ist. Beide Modelle stehen am Arctic-Leopard-Stand in Halle 18, Stand I91.

Graham Jarvis steigt in die Entwicklung ein

Arctic Leopard hat in Mailand die Zusammenarbeit mit Graham Jarvis angekündigt. Der 51-jährige Brite soll die nächste Generation elektrischer Enduros mitentwickeln. Jarvis zählt zu den erfolgreichsten Hard-Enduro-Fahrern aller Zeiten. Seine Erfolgsbilanz umfasst sieben Siege bei den Red Bull Romaniacs, fünf beim Erzbergrodeo, sechs beim Sea to Sky und fünf beim Hells Gate. Zuvor war er bereits viele Jahre im Trialsport an der Spitze unterwegs.

Arctic Leopard Graham Jarvis

Elektrische Offroad-Motorräder sind für Jarvis kein Neuland. Er war an der Entwicklung der JARV-E beteiligt, einer in limitierter Stückzahl gebauten Elektro-Hard-Enduro der österreichischen JARV-E Moto GmbH. Im Juni 2026 erreichte er damit das Ziel des Erzbergrodeos – als einer von nur 15 Fahrern, die das Rennen beendeten. Welche Modelle aus der Zusammenarbeit mit Arctic Leopard hervorgehen sollen und wann die ersten Ergebnisse auf den Markt kommen, hat der Hersteller bislang nicht bekannt gegeben.

XD Pro: größer und leistungsstärker

Arctic Leopard zeigte die XD erstmals am 11. September auf der CIMAMotor in China. Am 19. September folgte dort die Markteinführung. Die ausgewachsene Offroad-Maschine ist nun das leistungsstärkste Modell der X-Baureihe und oberhalb der XE Pro R positioniert.

Der Motor liefert eine Spitzenleistung von 35 kW, also rund 48 PS, und ein Drehmoment von 800 Nm am Hinterrad. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h. Die Energie liefert ein Akku mit 74 V und 76 Ah. Arctic Leopard nennt eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern bei konstant 40 km/h. Wie bei allen Reichweitenangaben unter solchen Bedingungen gilt allerdings: Im tatsächlichen Geländeeinsatz dürfte die Reichweite deutlich geringer ausfallen.

Arctic Leopard XD Pro
Arctic Leopard XD Pro

Beim Fahrwerk setzt die XD Pro vorne auf eine 43-mm-Gabel und hinten auf ein Federbein mit 40-mm-Kolben. Beide bieten 250 mm Federweg sowie Einstellmöglichkeiten für Federvorspannung, Druck- und Zugstufe. Bei den Fahrwerkskomponenten unterscheiden sich die Angaben: Das Datenblatt des Herstellers nennt RFLOXA, der US-Vertrieb führt KYB auf. Laut europäischem Vertrieb hängt der Zulieferer von der jeweiligen Konfiguration ab; zur Auswahl stehen KYB, RFLOXA oder KKE.

Vorne und hinten verzögern hydraulische Scheibenbremsen mit jeweils 240 mm Durchmesser. Die Räder verfügen über CNC-gefräste Naben und tragen Reifen in den gängigen Enduro-Dimensionen 80/100-21 vorne und 120/90-18 hinten.

Die Sitzhöhe liegt bei 890 mm. Arctic Leopard gibt ein fahrfertiges Gewicht von 89 kg an, während der US-Vertrieb 95 kg nennt. Die Außenmaße betragen 2.040 × 820 × 1.180 mm. Ein TFT-Display und eine vollständige LED-Beleuchtung runden die Ausstattung ab.

Auf der Herstellerwebsite ist die XD Pro mit 6.599 US-Dollar gelistet. Der US-Vertrieb rechnet mit Auslieferungen ab Januar 2027. Preise und Verfügbarkeit für Europa wurden noch nicht bekannt gegeben.

XC Pro: erste Einblicke, wenige Fakten

Bei der XC Pro hält sich Arctic Leopard bislang bedeckt. Vor der Vorstellung in China zeigte die Marke lediglich eine Silhouette mit einem Fragezeichen. Der US-Vertrieb beschreibt sie als ein auf den Einsatz auf der Rennstrecke ausgelegtes Modell. In Mailand ist das Motorrad nun als echtes Ausstellungsfahrzeug zu sehen.

Arctic Leopard XC Pro
Arctic Leopard XC Pro

ngaben zu Leistung, Akkukapazität, Reichweite, Gewicht, Straßenzulassung und Preis wurden bislang nicht veröffentlicht. Auch ein Termin für den Verkaufsstart in Europa fehlt noch.

Von der Dakar in den Handel

Arctic Leopard wurde 2021 in Wenling in der chinesischen Provinz Zhejiang gegründet. Das Unternehmen baut ein breites Spektrum elektrischer Offroad-Motorräder – von kompakten Trailbikes bis hin zu ausgewachsenen Enduro- und Trialmodellen.

Seit 2024 nutzt die Marke die Mission-1000-Kategorie der Rallye Dakar für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben als Testfeld. Bei der Dakar 2026 trat das Team Galicia mit drei Motorrädern von Arctic Leopard an und belegte in der Kategorie die Plätze eins, drei und vier. Den Sieg holte Fran Gómez Pallas. Bei den Rallye-Motorrädern handelt es sich um Wettbewerbsversionen, die nicht mit den Serienmodellen identisch sind.

Arctic Leopard EICMA 2026

In Europa erfolgt der Verkauf über ein Netz nationaler Vertriebspartner, unter anderem in Italien, Deutschland, Spanien, Großbritannien, Polen und Tschechien. Hinzu kommt ein gemeinsamer Importeur für Frankreich und die Benelux-Länder.

Dieser Beitrag ist eine deutsche Übersetzung des am 4. November 2026 bei THE PACK erschienenen Artikels „Arctic Leopard teams up with Graham Jarvis and brings XD Pro and XC Pro to EICMA 2026“.

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