Velocifero ist im deutschsprachigen Raum noch ein Geheimtipp – und das nicht ohne Grund. Hinter dem markanten Design, das an Fahrzeuge aus Jurassic Park erinnert, steht mit Alessandro Tartarini ein erfahrener italienischer Fahrzeugdesigner und Mitbegründer von Italjet. Produziert wird in China, doch Stil und Markenführung kommen aus Europa – den Vertrieb übernimmt das Zero-Center.
Mit den Modellen Jump und Jump Scrambler bringt Velocifero ein leichtes Elektromotorrad auf den Markt, das Stil, Funktion und bezahlbare Technik verbindet. Doch wie sieht das im Alltag aus?

Antrieb & Ausstattung
Beide Modelle teilen sich die technische Basis: ein wartungsarmer Elektromotor mit 3 kW Nenn- und bis zu 5 kW Spitzenleistung, verbaut in der Hinterradnabe. Das maximale Drehmoment von 175 Nm sorgt für eine kräftige fast lautlose Beschleunigung.
Der Rahmen aus hochfesten Stahlrohren dient nicht nur dem Design, sondern auch dem Schutz und der Sicherheit.
Zur Wahl stehen zwei fest verbaute Akkupakete mit 72 Volt:
- Standard (39 Ah, ca. 80 km Reichweite)
- Long Run (50 Ah, ca. 115 km Reichweite)
Mit 12-Zoll-Rädern, hydraulischen Scheibenbremsen mit CBS, einem farbigen TFT-Display und drei Fahrmodi (Eco, Sport, Sport+) sind die Modelle solide ausgestattet. Die Ladezeit an der Haushaltssteckdose beträgt rund 5–8 Stunden, Schnellladen ist nicht möglich.

Fahrverhalten: Agil durch den Großstadtdschungel
Mit knapp 95 kg sind Jump und Jump Scrambler extrem leicht, was zusammen mit dem kurzen Radstand für ein sehr agiles Handling sorgt. Die Sitzposition ist aufrecht, die Übersicht gut und die Bedienelemente einfach.
Der Unterschied liegt vor allem im Design:
- die „Jump“ wirkt puristisch und sportlich,
- die „Jump Scrambler“ bringt mit Stollenreifen und breiterem Lenker einen angedeuteten Offroad-Look – (ohne tatsächlich wirklich geländetauglich zu sein)
Für Stadtfahrten und kurze Landstraßen sind Leistung und Reichweite ausreichend. Längere Autobahnfahrten machen durch die maximale Geschwindigkeit von 90 km/h und das fehlende Schnellladen wenig Freude.


Akku & Reichweite
Der fest verbaute Akku sorgt für ein schlankes Chassis, stellt aber auch eine Einschränkung dar: Wer keine Steckdose am Abstellplatz hat, kann nicht laden. Entnehmbare Akkus wären hier deutlich praktischer.
Reichweiten von 60 bis 100 Kilometern sind je nach Fahrweise und Bedingungen möglich. Im Eco-Modus kann man das Maximum herausholen, im Sport+ reduziert sich die Reichweite deutlich.

Verarbeitung, Service & Alltag
Die Verarbeitung ist insgesamt ordentlich: Lackierung, Sitzbank, Beleuchtung und Display überzeugen. Kleinere Abstriche gibt es bei einigen Anbauteilen, die eher einfach gestaltet sind, und an einigen Schweißnähten – irgendwo muss am Preis gespart werden.
Problematisch bleibt die Ersatzteilversorgung: Velocifero ist in Deutschland nur bei wenigen Händlern vertreten, ein flächendeckendes Werkstattnetz gibt es nicht. Wer auf persönlichen Service Wert legt, sollte das unbedingt beachten.

#SteckerBiker-Fazit
Mit Jump und Jump Scrambler bietet Velocifero zwei technisch identische, aber optisch auffällige Elektromotorräder, die leicht, agil und mit A1 oder B196 fahrbar sind. Besonders im Stadtverkehr überzeugen sie mit hohem Fahrspaß, einem eigenständigen Design und einem attraktiven Preis von 3.790 bis 4.290 €.
Einschränkungen gibt es beim fest verbauten Akku – gerade im urbanen Alltag wären entnehmbare Akkus die deutlich praxisnähere Lösung. Auch eine Schnellladeoption fehlt, ebenso wie aktuell ein flächendeckendes Service-Netz.
Wer ein elektrisches #SteckerBike mit dem Charme eines Jurassic-Park-Bikes sucht und die typischen Eigenheiten eines jungen Start-Ups akzeptiert, findet hier eine optisch eigenständige Alternative, die sich besonders für (Wieder)Einsteiger und kleinere Fahrer eignet.
Mehr Infos: www.velocifero.de & www.zero-center.com