Diese Royal Enfield trägt den Namen „Flying Goat“ – ein elektrisches Prototyp-Modell der bekannten Verbrenner-Version „Himalayan“. Diese E-Version ist mit einem Harris-Rahmen, zwei Stark-Varg-Batterien und 80 PS ausgestattet und wird derzeit unter Extrembedingungen im Himalaya getestet.
Ein Symbol für den Wandel bei Royal Enfield
Die Zukunft des Motorrads ist elektrisch und innovationsgetrieben – und Royal Enfield zeigt mit diesem neuen, überraschenden Konzeptmotorrad, dass es in dieser Revolution vorne mit dabei ist: die Flying Goat. Der Name ist sinnbildlich für ein elektrisches Konzeptfahrzeug, das nicht nur einen Wendepunkt für die traditionsreiche britische Marke markiert, sondern auch neue Möglichkeiten für leistungsstarke, umweltfreundlichere Motorräder eröffnet.

Entwickelt im Herzen der Royal Enfield Forschung
Die Flying Goat ist ein Projekt aus dem Herzen des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Royal Enfield – ein Labor, das zukunftsweisend arbeitet, ohne die Tradition zu vergessen. Noch ist das Motorrad nicht serienreif, sondern dient als Testmule, mit der Lösungen erprobt werden, die in künftigen Serienmodellen zum Einsatz kommen könnten.
Rahmen und Schwinge: Handwerk aus der Racing-Welt
Was sofort ins Auge fällt, ist die Aluminium-Schwinge, ein handgefertigtes Meisterstück von Harris Engineering, einem renommierten Unternehmen innerhalb der Royal Enfield Gruppe, das auf Rennkomponenten spezialisiert ist – und für ältere Motorradfans: der Hersteller früherer Rennrahmen.

Zwei Akkus mit Magnesium-Kühlung
Diese robuste, leichte Schwinge ist mit zwei Aufnahmen kombiniert, die die 6,5-kWh-Batteriepacks aufnehmen. Die flüssigkeitsgekühlten Akkus verfügen über Magnesium-Kühlrippen – eine technische Lösung, die nicht nur hohe Leistung, sondern auch eine größere Reichweite als aktuelle Standards verspricht.
80 PS: Der stärkste Royal Enfield Motor aller Zeiten
Das Herzstück der Flying Goat ist der leistungsstarke Elektromotor, der bereits in der Stark Varg MX zum Einsatz kommt und bis zu 80 PS Spitzenleistung liefert. Damit ist dieses elektrische Konzeptfahrzeug das leistungsstärkste Motorrad, das Royal Enfield je gebaut hat – und übertrifft alle bisherigen Verbrenner der Marke deutlich.

Kompakter Inverter mit großem Anspruch
Ausgestattet ist die Flying Goat mit einem Wechselrichter, der laut Royal Enfield der kleinste der Welt im Leistungsbereich von 50–100 kW sein soll. Der Inverter verwendet moderne Algorithmen zur Leistungsregelung und ist in das Magnesium-Motorgehäuse integriert, um Gewicht zu sparen und die Kühlung zu vereinfachen. Das Resultat: 30 % mehr Spitzenleistung als ein 450cc-Viertakt-MX-Motor, sprich 80 PS und 938 Nm Drehmoment am Hinterrad – erzeugt durch einen 9 kg leichten Elektromotor mit 85 % Wirkungsgrad.
Fahrwerk und Bremsen auf Top-Niveau
Doch die Flying Goat ist mehr als nur roher Antrieb. Für ein stimmiges Fahrerlebnis sorgt eine halbaktive elektronische Federung von Öhlins, eine Upside-Down-Gabel sowie ein einstellbarer hinterer Stoßdämpfer, um die Maschine an verschiedenste Gelände anzupassen. Für maximale Sicherheit sorgt eine hochwertige Bremsanlage mit radialer Nissin-Bremssättel.

Bewährungsprobe im Hochgebirge
Und das Ganze bleibt nicht bloß graue Theorie: Testfahrer haben die Flying Goat bereits auf den rauen Straßen des Himalaya ausgiebig erprobt. Eine extreme Umgebung, in der die elektrische Antriebstechnologie ihre Überlegenheit gegenüber Verbrennungsmotoren unter Beweis stellen kann – insbesondere in großer Höhe, wo der Sauerstoffmangel die Leistung konventioneller Motoren stark beeinträchtigt.
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SteckerBiker-Fazit: Noch kein Serienbike – aber ein elektrischer Meilenstein
Die Flying Goat ist weit mehr als ein ambitionierter Technologieträger – sie ist ein klares Statement von Royal Enfield, dass auch Traditionsmarken die Zeichen der Zeit erkennen. Mit Komponenten wie dem Stark-Varg-Motor, Magnesium-Kühltechnik, semi-aktiver Öhlins-Federung und einem präzise abgestimmten Harris-Rahmen zeigt das Projekt, wie ernst es Royal Enfield mit dem Thema Elektromobilität meint.
Zwar ist die Flying Goat noch nicht serienreif, doch viele der verbauten Technologien wirken bereits sehr ausgereift und könnten mittelfristig in ein straßenzugelassenes Serienmodell einfließen. Besonders spannend: Die Fahrversuche im Himalaya dienen offenbar nicht nur der Technikvalidierung, sondern auch dem Nachweis, dass ein E-Motorrad auch unter extremen Bedingungen funktionieren kann – ein starkes Signal an alle Zweifler.
Royal Enfield positioniert sich damit als möglicher Gamechanger im Bereich elektrischer Adventure-Bikes. Ob und wann daraus ein Serienmodell entsteht, bleibt abzuwarten – aber das Fundament dafür ist mit der Flying Goat definitiv gelegt.
Eine Antwort
Die Idee ist nach wie vor toll. Das Konzept sieht auch noch chic aus!
Batterien von Stark zu verwenden ist per se auch nicht schlecht, aber was ist mit der Ladeleistung? 6,6kw? oder 3,3kw (wie bei Stark mit Original-Lader?) Würde mich jetzt nicht abschrecken, aber auch nicht begeistern! 3,3kW wäre definitiv zu wenig!
CCS Laden wäre echt toll, zumindest der Ladeanschluss, auch wenn es dann nur 6,6kw wären…vielleicht hat RE ja noch eine Idee im Ärmel, die das optimieren kann.
Wenn man jetzt die Batterien der Stark EX nehmen würde, hätte man sogar ähnlich viel Akkukapazität wie die alten Zero DSR. Also 150-250km Reichweite, je nach Fahrstil. Damit kann man leben.
Auf den Bildern kann man auch gut sehen, dass die Fußbremse endlich mal ausgedient hat, ich hoffe es bleibt dabei! Die Bremskontrolle ist Offroad mit zwei Handbremshebeln eh viel besser! Gut so RE!
Ich bleibe gespannt. Jetzt muss nur noch der Markt attraktiver für die großen Hersteller werden, dann klappt es auch mit der Konzeptrealisierung! An dieser Stelle sind wir als Community gefragt! In der face to face Kommunikation mit Anschauungsbeispiel klappt Überzeugungsarbeit immer besser als von „oben herab“. Alles hat seine Daseinsberechtigung, aber nur bis das „alte“ zur Last oder Bedrohung wird!
LG